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Portugal: Banco Espírito Santo von guten Geistern verlassen

Nach anderen Teilen des Imperiums der portugiesischen Unternehmerdynastie Espírito Santo ist auch die Großbank Banco Espírito Santo (BES) in Turbulenzen geraten. Der Ex-Chef der wichtigsten Privatbank in Portugal, Ricardo Salgado, muss nach Medienberichten 3 Millionen Euro Strafe zahlen. Der 70-Jährige war wegen des Vorwurfs der Geldwäsche festgenommen und vernommen worden.

Salgado war vor kurzem auf Druck der Zentralbank als BES-Präsident zurückgetreten – nach 22 Jahren.

Antony Costa, Económico (Wirtschaftszeitung):

“Der Fall (“Monte Branco”) hat nichts mit der BES zu tun und auch nicht der Familie “Espírito Santo” und all den Dingen, die in den letzten Wochen über eine koordinierte und geplante Pleite der Bank und der Familie grassierten. Das hier hat allein mit Ricardo Salgado zu tun, mit seinen Entscheidungen, mit möglicher Geldwäsche und Steuerhinterziehung.”

Die BES steht seit Wochen massiv unter Druck. Im vergangenen Monat haben die Aktien der Bank 60 Prozent ihrs Wertes verloren. Anleger fürchten, dass das Institut von den Geldschwierigkeiten der Gründerfamilie erfasst wird. Eine der Familiengesellschaften, die Espírito Santo International, beantragte vor wenigern Tagen vor einem luxemburgischen Gericht Gläubigerschutz. Das Firmenimperium GES (Grupo Espírito Santo) ist mit 20 Prozent Hauptaktionär der Großbank BES.

Carlos Tavares, Chef der Börsenaufsicht (CMVM), vor einem Parlamentsausschuss:

“Die Börsenaufsicht hat Verfahren gegen 20 Fälle von Vergehen gegen Personen des Espirito Santo-Konzerns eingeleitet, die Staatsanwaltschaft hat Hinweise auf Insiderhandel, Untreue und Vertrauensmissbrauch.”

Nach Medienberichten (“Púbico”) soll die Deutsche Bank der BES helfen, Aktiva neu einzuschätzen und Bilanzen neu
zu strukturieren. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, wie sehr
das Geldinstitut von den Turbulenzen im Firmenimperium GES (Grupo
Espírito Santo) der Gründerfamilie betroffen ist.

su mit dpa

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