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Massendemonstrationen in Europa gegen Gazaoffensive

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Massendemonstrationen in Europa gegen Gazaoffensive

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In mehreren europäischen Städten haben Tausende gegen die israelische Offensive im Gazastreifen demonstriert.

Die Proteste wurden am Al-Kuds-Tag abgehalten. Am letzten Freitag im Ramadan protestieren islamistische Gruppen gegen die Annektierung Ostjerusalems durch Israel.

In London schlossen sich ein Dutzend orthodoxe Juden dem Protest an. „Wir sind entrüstet und schämen uns für das, was in unserem Namen geschieht. Im wahren Interesse der Juden und der Palästinenser läge es, wenn die Welt Israel zwänge, seine Bombardierung, sein Gemetzel im Gazastreifen zu beenden”, forderte Rabbi Jacob Weisz.

In Brüssel zogen 2.800 Menschen ins Europaviertel. “Das ist kein Krieg der Hamas und der Palästinenser gegen Israel. Das ist ein Völkermord. Was in Gaza passiert ist ein Vernichtungskrieg. Sie ermorden die einheimische Bevölkerung”, klagt der 23-jährige palästinensische Flüchtling Khatib Mohammed.

Auch in zahlreichen deutschen Großstädten fanden Protestmärsche statt. In Berlin demonstrierten rund 1.200 Menschen gegen die Politik Israels. Ihnen war es von der Polizei untersagt worden, Flaggen zu verbrennen. Das Verbrennen israelischer Flaggen ist ein verbreitetes Ritual bei Al-Kuds-Demonstrationen.
Klar antisemitische Parolen blieben aus. Auf Plakaten forderten Demonstranten “Stoppt Völkermord” und “Freiheit für Gaza”.

Zwei Gegendemonstrationen zogen etwa 600 Personen an. Eine stand unter dem Motto “Gegen den größten antisemitischen Aufmarsch Deutschlands”. “Wir verteidigen das Existenzrecht Israels. Die Lage ist problematisch. Wir können nicht sagen, dass Israel der schuldige ist. Die Schuld liegt nicht auf einer Seite. Israel ist nicht alleine verantwortlich”, meint Magnus Roemer.

Die Polizei setzte 1.000 Beamte ein, um beide Lager voneinander zu trennen. Dennoch kam es zu kleineren Ausschreitungen. Zu größeren Krawallen kam es am Rande der Al-Kuds-Demonstration in Kopenhagen.