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Bitteres Fest des Fastenbrechens in Gaza

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Bitteres Fest des Fastenbrechens in Gaza

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Bevor der Krieg ausbrach, war dieser Strand einer der beliebtesten in Gaza, immer bevölkert mit Badenden. Jetzt ist er menschenleer aus Angst vor Bombeneinschlägen. Nur ein paar Fischer gehen ihrem Geschäft nach.

Vor einem Geldautomat in Gaza-Stadt stehen Menschen Schlange. Sie haben gerade ihre Löhne bekommen. Normalerweise würden sie damit Essen und Geschenke für das Ende des Ramadans kaufen. Aber die Menschen sind nicht in Feierstimmung: “Es gibt kein Fest des Fastenbrechens, das ist ein Fest von Mördern. Zum Fastenbrechen werden wir die Angehörigen der Märtyrer zuhause besuchen. Wir werden die Toten auf dem Friedhof begraben und für sie beten”, so Nidal Ehjazy.

Der Al Zawya-Markt ist beliebt, wenn es um den Kauf von Ramadan-Köstlichkeiten und die Vorbereitung des Īd al-Fiṭr (‏عيد الفطر), das Fest des Fastenbrechens, geht. Aber jetzt kaufen die Leute nur Grundnahrungsmittel, um schnell wieder nach Hause zu gehen. “Nach all diesem Morden und der Zerstörung, was sollen wir für das Fest des Fastenbrechens vorbereiten? Alles was wir vorbereiten, sind unsere Särge. Alles um uns herum ist zerstört. Wir wurden aus Shejaya evakuiert. Wir sind von der Grenze hierher gekommen. Außer unserem Tod bereiten wir nichts vor,” so ein Marktbesucher.

In dieser Ramadan-Saison leidet auch das Geschäft der Händler: “Diese Saison ist verloren. Die Flaute hat bereits vor dem Ramadan begonnen. Die Leute haben kein Geld, sie bekommen keine Löhne. Die Behörden in Ramallah zahlen Gehälter, aber hier kann die Hamas ihre Angestellten nicht entlohnen. Die Händler müssen Waren importieren und dafür brauchen sie das Geld der Kunden. Wenn sie keine Einkünfte haben, ist das ein großes gesellschaftliches Problem. Unsere ganze Gesellschaft geht kaputt”, klagt ein Bekleidungshändler.

Vor Ort kommentiert euronews-Reporterin Valerie Gauriat die aktuelle Situation: “Der Ramadan wurde im Rhythmus der Bombenangriffe gefeiert. Trotz der Spekulationen zweifeln viele hier daran, dass ihre Gebete ausreichen werden, um den Beschuss zu beenden. Was auch immer geschehen wird, das Fest des Fastenbrechens hat für viele einen bitteren Beigeschmack.”