Eilmeldung

Eilmeldung

Libyen stürzt weiter ins Chaos

Sie lesen gerade:

Libyen stürzt weiter ins Chaos

Schriftgrösse Aa Aa

Bei heftigen Kämpfen zwischen rivalisierenden Milizen ist in der libyschen Hauptstadt Tripolis eine Rakete in ein Benzinlager eingeschlagen und hat einen Großbrand ausgelöst. Die libyschen Behörden haben aus Furcht vor einer Katastrophe um internationale Hilfe bei der Bekämpfung der Flammen gebeten. Das Feuer droht sich weiter auszubreiten. Der Tank enthält 6, 6 Millionen Liter Benzin, insgesamt sind in der Anlage 90 Millionen Liter gelagert. Die libysche Übergangsregierung rief die Konfliktparteien zu einer Waffenruhe auf, damit die Feuerwehr den Brand bekämpfen kann.Anwohner innerhalb eines Fünf-Kilometer-Radius wurden aus Furcht vor massiven Explosionen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

Weitere Kämpfe zwischen den Milizen gab es auch in der Hafenstadt Bengasi. Mindestens 38 Menschen sind dort am Wochenende getötet worden. Radikale Islamisten der Gruppe Ansar al-Scharia hätten zuvor einen Armeestützpunkt angegriffen, hieß es. Daraufhin habe das Militär mit Luftangriffen zurückgeschlagen. Der libysche Rote Halbmond rief die Konfliktparteien zu einer Feuerpause auf, um Zivilisten aus der Schusslinie bringen zu können.

Nach der Eskalation der Kämpfe verlassen die meisten Ausländer das Land. Das Auswärtige Amt in Berlin zieht seine Diplomaten aus der Botschaft in Tripolis ab. Auch Frankreich, Spanien, Großbritannien, Polen und die Niederlande haben ihre Staatsbürger zur sofortigen Ausreise aufgerufen. Am Wochenende hatten bereits die USA ihre Botschaftsmitarbeiter evakuiert.