Eilmeldung

Eilmeldung

MH17: Russland will Ermittlungen unter UN-Leitung

Sie lesen gerade:

MH17: Russland will Ermittlungen unter UN-Leitung

Schriftgrösse Aa Aa

Während die Untersuchungen zur Ursache der Flugzeugkatastrophe in der Ostukraine weiterhin durch Gefechte behindert werden, hat sich Russland für internationale Ermittlungen unter Leitung der Vereinten Nationen ausgesprochen. Eine solche Untersuchung sollte möglichst bald beginnen, so Außenminister Sergej Lawrow. Er warnte davor, dass Spuren verwischt werden könnten. Außerdem sagte er: “Wir sehen es mit Sorge, dass einige unserer Partner versuchen, mit der Ukraine bilaterale Abkommen zur Untersuchung des Vorfalls zu vereinbaren.”

Unterdessen erklärte die australische Polizei, dass ein Team aus australischen und niederländischen Experten am Montag erneut versuchen wolle, auf das Gelände an der Absturzstelle des malaysischen Fluges MH17 zu gelangen. Die Ermittler wiesen jedoch darauf hin, dass es auch länger dauern könne, bis das Gelände zugänglich sei.

Bei erneuten Kämpfen in den Regionen rund um das Absturzgebiet kamen mindestens 13 Menschen ums Leben. Laut UN wurden in dem Konflikt seit April mehr als 1100 Menschen getötet und mehr als 3400 verletzt. Der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte zufolge müsse das Vorgehen der Separatisten und der Armee unter Umständen als Verletzung des humanitären Völkerrechts eingestuft werden.

Die Bevölkerung der Ostukraine leidet nach UN-Angaben unter einer Schreckensherrschaft prorussischer Separatisten. Um ihre Macht zu sichern, würden die bewaffneten Gruppen Menschen entführen, einsperren, foltern und exekutieren, heißt es in einem am Montag in Genf veröffentlichten Bericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte. Seit Mitte April wurden laut UN in dem Konflikt mindestens 1129 Menschen getötet und mehr als 3400 verletzt.

Die straff organisierten und militärisch stark ausgerüsteten Rebellen hätten ihre Herausforderung der ukrainischen Regierung weiter intensiviert, heißt es in dem Bericht. Regierungstruppen hätten mit verstärkten Angriffen reagiert. Kämpfen in besiedelten Gegenden seien zahlreiche Zivilisten zum Opfer gefallen, Tausende seien geflohen.

«Beide Seiten müssen verhindern, dass noch mehr Zivilisten getötet werden», forderte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay. Das Vorgehen sowohl der Separatisten, als auch der Armee müsse unter Umständen als Verletzung des humanitären Völkerrechts eingestuft und verfolgt werden. Bei Kämpfen in Donezk und Lugansk hätten beide Seiten schwere Waffen in bewohnten Gegenden eingesetzt, darunter Artillerie, Panzer und Raketen.