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Westafrika: Ende des Ebolaausbruchs nicht in Sicht

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Westafrika: Ende des Ebolaausbruchs nicht in Sicht

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Selbst das richtige Begraben will gelernt sein, wenn es um Ebola geht: Keine Berührung darf es mehr mit den Leichen geben. Viele Familien in Westafrika aber kennen und wollen
es anders: Sie waschen den Leichnam noch gründlich ab – besser geht Ansteckung nicht.

Immer wieder versuchen Verwandte auch, Ebola-Patienten trotz Polizeischutzes aus Krankenhäusern zu holen – aus Misstrauen gegenüber westlicher Medizin und westlichen Beweggründen.

In einem Fall gelang das auch, so dass nach der erkrankten Frau in ganz Sierra Leone eine aufwendige Suche begann. Sie wurde gefunden, starb dann aber – wen sie noch angesteckt hat, weiß man nicht.

Weit über sechshundert Menschen sind in den letzten Monaten in Westafrika schon an Ebola gestorben. Das Ausmaß überrascht auch Fachleute; ein rasches Ende dieses Ausbruchs ist nicht in Sicht.

In Guinea ist Ebola diesmal ausgebrochen. Mehr als zwei Drittel der Opfer gibt es in Sierra Leone, weitere in Liberia.

Inzwischen ist auch der erste Todesfall aus Nigeria bekanntgeworden, Afrikas bevölkerungsreichstem Land. In der Metropole Lagos starb ein Mann aus Liberia, der vorletztes Wochenende auf dem Flughafen angekommen und dort zusammengebrochen war.

Der Ebolaerreger tötet fast alle, die er befällt. Diesmal ist die Sterblichkeit aber geringer – ein Grund dafür, dass dieser Ausbruch sich weiter ausbreiten kann als üblich.