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Ebola-Epidemie weitet sich aus

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Ebola-Epidemie weitet sich aus

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Nigeria rüstet zum Kampf gegen Ebola. Die Regierung hat an allen Grenzübergängen Alarm ausgerufen. Der erste Fall in dem westafrikanischen Land tauchte vor wenigen Tagen in Lagos auf: Ein Mann mit Ebola-Symptomen war aus Liberia per Flugzeug angereist. Er starb wenig später in Quarantäne. Die Luftaufsichtsbehörde des Staates zog Konsequenzen. Sie untersagte der Fluggesellschaft, mit der der Tote gereist war, mit sofortiger Wirkung, Ziele in dem Land anzusteuern.

Die Gesundheitsbehörden erklärten, sie seien auf einen möglichen Ausbruch der Krankheit vorbereitet, das medizinische Personal sei ausreichend geschult. Derzeit werde nach den Menschen gefahndet, die mit dem Verstorbenen Kontakt gehabt haben könnten, so Sunday Omilabu, Professor am Universitätskrankenhaus in Lagos: “Wir haben schon Kontakte und Informationen über die Passagierliste, darüber, wer vor Ort war. Unsere Leute haben das Personal geschult, das mit ihm Kontakt hatte. Sie führen Befragungen durch zu allen, die mit dem verstorbenen Patienten nahen Kontakt hatten.”

Die Ebola-Epidemie war zu Beginn des Jahres in Guinea ausgebrochen und breitete sich schnell in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone aus. Durch den in Nigeria aufgetauchten Fall könnten den Behörden zufolge 30.000 Menschen gefährdet sein.

Unter den bisher mehr als 400 Todesopfern in Sierra Leone ist auch der Arzt Sheik Umar Khan. Er war dort der führende Mediziner im Kampf gegen das Virus. Die Epidemie gilt als die bisher schlimmste in Afrika. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge gab es bisher über 1200 Fälle. Mehr als 670 Menschen starben. Auch bei einer Frau aus Hongkong, die nach Kenia gereist war, war ein Verdacht gemeldet worden. Der “South China Morning Post” zufolge waren die Tests jedoch negativ.

Das Kinderhilfswerk Plan forderte am Dienstag gemeinsame internationale Anstrengungen, “um die Ausbreitung der Ebola-Epidemie zu stoppen und einem medizinischen Desaster zuvorzukommen”. “Ebola ist nicht mehr nur ein regionales Problem, das Virus ist zu einer medizinischen Krise von weitreichendem Ausmaß geworden”, erklärte der Katastrophenschutz-Experte bei Plan, Unni Krishnan. “Jetzt muss die internationale Gemeinschaft dagegen vorgehen, ehe es zu spät ist.”