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Libyen: Absturz ins Chaos

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Libyen: Absturz ins Chaos

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In Libyen toben die Kämpfe zwischen verfeindeten Milizen unverändert heftig weiter. Islamistische Milizen haben am Dienstag eine Militärbasis regierungstreuer Soldaten in Bengasi überfallen und ein Flugzeug abgeschossen. Bei heftigen Gefechten mit Spezialtruppen sind seit dem Wochenende mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen.

Nach der Evakuierung der ausländischen Diplomaten fliehen auch Tausende Libyer, vor allem auf dem Landweg nach Tunesien. Am Montag waren bereits 6000 Menschen aus Libyen am Grenzübergang Ras Jedir eingereist. Lokale Medien ziehen Vergleiche mit der Massenflucht der Libyer während des bewaffneten Aufstands gegen Langzeitherrscher
Muammar Al-Gaddafi im Jahr 2011.

Die libysche Übergangsregierung hat alle Armee-Einheiten in der östlichen Hafenstadt Bengasi angewiesen, umgehend alle Kampfhandlungen einzustellen. Die Regierung rief am Dienstag auch die islamistischen Milizen auf, ihre Waffen niederzulegen. Sie kündigte an, alle Konfliktparteien zu einem Treffen einzuladen.

Der Großbrand in einem Benzin- und Gasdepot in der Hauptstadt Tripolis soll unterdessen mit italienischer Hilfe bekämpft werden. Die italienische Regierung will sieben Löschflugzeuge nach Libyen entsenden. Der Brand war ausgebrochen, nachdem bei Gefechten rivalisierender Gruppen in der Nacht zum Montag eine Rakete in das Depot eines Gasunternehmens eingeschlagen war.