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Russlands EU-Botschafter: "Wir werden die Krise überwinden"

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Russlands EU-Botschafter: "Wir werden die Krise überwinden"

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Über die von der Europäischen Union gegen Moskau verhängten Sanktionen sprachen wir in Brüssel mit dem russischen EU-Botschafter Wladimir Tschischow.

euronews:
“Erstmals seit dem Ende des Kalten Krieges hat der Westen schwere Sanktionen gegen Russland verhängt. Was meinen Sie dazu?”

Wladimir Tschischow:
“Um ehrlich zu sein, ich bin sehr enttäuscht. Denn die Europäische Union ist entweder nicht fähig oder nicht gewillt, von Sanktionen abzusehen. Doch sie führen nirgendwohin.”

euronews:
“Welches werden die Folgen sein? Ein zweiter Kalter Krieg?”

Wladimir Tschischow:
“Wir wollten diese Konfrontation mit dem Westen, mit der Europäischen Union nicht. Die Sanktionen werden zweifellos nach hinten losgehen, nicht etwa weil Russland darauf mit Strafmaßnahmen antworten wird, sondern weil die Geschäftswelt der EU und die Wirtschaft der EU Schaden nehmen werden.”

euronews:
“Wird Russland Sanktionen gegen die EU verhängen?”

Wladimir Tschischow:
“Nein, wird wollen nicht Zahn um Zahn und Auge um Auge vergelten. Mit Sicherheit aber werden wir uns nach anderen Märkten und nach anderen Investoren umsehen. Es gibt ja genug davon. Die Welt beschränkt sich nicht auf die Europäische Union.”

euronews:
“Wird auch der Energiebereich davon betroffen sein?”

Wladimir Tschischow:
“Die Energie ist Teil der Auseinandersetzung, die die EU mit Russland sucht. Doch die EU hütet sich freilich davor, das Gas und das Öl, das aus Russland fließen, ins Spiel zu bringen. Wir werden die Gaslieferungen nicht stoppen, das will ich Ihnen und allen Zuschauern versichern.”

euronews:
“Exzellenz, wohin führt das?”

Wladimir Tschischow:
“Blickt man mit einigem Abstand darauf, stellt sich die Frage, wem das alles nützt? Mit Sicherheit weder der Europäischen Union, weder ihren Mitgliedsstaaten oder ihren Bürgern, noch Russland und seinen Bürgern. Vermutlich gibt es andere, denen viel daran liegt, einen Keil zwischen Russland und den Rest Europas zu treiben.”

euronews:
“Wen meinen Sie damit?”

Wladimir Tschischow:
“Das ist nicht schwer zu erraten.”

euronews:
“Erlauben Sie, dass ich auf meine Frage zurückkomme.”

Wladimir Tschischow:
“Nun, jene Länder, die die Europäische Union in diese Krise geführt haben, die sie dahin gedrängt haben.”

euronews:
“Meinen Sie etwa die USA?”

Wladimir Tschischow:
“Sie sagen es. Wenn 24 Stunden nach einer Telekonferenz, nach einer transatlantischen Telekonferenz Sanktionen beschlossen werden, darf man daraus einige Schlüsse ziehen.”

euronews:
“Wie wird es um die künftigen Beziehungen zwischen Russland und der EU bestellt sein?”

Wladimir Tschischow:
“Nun, ich denke, dass wir das überleben werden, dass wir die Krise überwinden werden. Ich bin davon überzeugt, dass es zur Partnerschaft zwischen Russland und der Europäischen Union keine Alternative gibt.”

euronews:
“Haben Sie Dank für das Gespräch.”