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Staatspleite: Argentiniens letzter Tango mit den "Geiern"

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Staatspleite: Argentiniens letzter Tango mit den "Geiern"

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Die Zeit läuft. Muss Argentinien in die Zahlungsunfähigkeit? Das taktische Hin und Her mit den als “Geier” kritisierten Gläubigern aus Argentiniens Pleitezeiten Anfang des Jahrtausends – spekulative Hedgefonds – geht bis zur letzten Minute.

Zwölfstündige Gespräche zwischen Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kiciloff und Schlichter Daniel A. Pollack in New York brachten – vorerst – kein Ergebnis.

Worum geht’s ?

Anfang des Jahrtausends fehlten dem Land mehr als 100 Milliarden Dollar, um seine Anleiheschulden zu bezahlen – der bisher größte Zahlungsausfall eines souveränen Staates. Neun von zehn Gläubigern akzeptierten saftige Abstriche, um nicht ganz leer auszugehen.

Einige Resistente erstritten vor einem US-Gericht die volle Rückzahlung: 1,5 Milliarden Dollar, vorrangig vor den anderen.

Eine Zwickmühle: Dann würden nämlich die verhandelten Abstriche hinfällig.

Zwei Alltags-Wirtschaftsexperten – Antonio Lencina, Gebäudemanager:

“Die Pleite kommt. Seit einiger Zeit gehen hier seltsame Dinge vor … der Wirtschaft geht es nicht gut und deswegen haben wir nicht viel Geld.”

und Ruben Menyulu, Verkäufer:

“Die Dinge werden sich nicht zum Besseren wenden. Die Zeiten, als Argentinien pleite war, waren besonders hart für uns. Ich habe nicht die geringste Hoffnung, dass das besser wird.”

Und wie endet dieser Hochfinanz-Tango am 30. Juli Mitternacht, New Yorker Zeit?

Mehrere hundert Milliarden Dollar an wiederbelebten Schulden – das wäre vermutlich eine neue Staatspleite.

Die Geier bekämen Recht, aber womöglich keinen Cent.

Dann lieber noch ein Tänzchen – mit Zahlungsaufschub.

su mit Reuters