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"Ciao, Italia" nach 115 Jahren - Fiat verschmilzt mit Chrysler

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"Ciao, Italia" nach 115 Jahren - Fiat verschmilzt mit Chrysler

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Mit einer Träne im Knopfloch sind die Fiat-Aktionäre zu ihrer letzten Sitzung in Turin zusammengekommen und haben dem Zusammenschluss mit Chrysler
zugestimmt.

Der neue transatlantische Autokonzern heißt FCA (Fiat Chrysler
Automobiles). Sein Sitz wird aus steuerlichen Gründen von Turin nach
London verlegt, das italienisch-amerikanische Unternehmen nach
niederländischem Recht organisiert.

John Elkann – Agnelli-Spross und Präsident von Fiat:

“Die Fusion führt uns an einen neuen Ort und zu einem neuen Namen. Mit dieser Sitzung heute beginnt die Zukunft unseres Unternehmens.”

Fiat – also nicht mehr länger “Fabbrica Italiana Automobili Torino” („Italienische Automobilfabrik Turin“).

Gegründet wurde die Firma Fiat am 11. Juli 1899 von neun Autopionieren, unter ihnen Giovanni Agnelli senior, der Großvater von Gianni Agnelli, unter dem Fiat ab 1966 zu einer großen europäischen Marke wurde.

Am 20. Januar 2009 gab die Fiat Group bekannt, sich zunächst mit 35 Prozent an der Chrysler Group beteiligen zu wollen. Das Ziel: eine gemeinsame Allianz.

Fünf Jahre später schlüpfte Chrysler, die Nummer drei der großen US-Autohersteller
komplett unter das Dach der 115 Jahre alten Fiat-Gruppe.

Die Abstimmung bei der letzten
Aktionärsversammlung am Fiat-Stammsitz war der letzte Schritt zu der
von Vorstandschef Sergio Marchionne in mehreren Etappen vorbereiteten
Fusion. “Dank der Arbeit der letzten fünf Jahre sind wir nun bereit,
den Qualitätssprung zu vollziehen”, so Marchionne. Und: “Fiat verlässt Italien nicht. Auch wenn das Geschäft in Holland organisiert wird.”

Die nächste Hauptversammlung in den
Niederlanden soll per Internet übertragen werden.

Sigrid Ulrich mit Reuters, dpa