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Ebola wütet weiter

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Ebola wütet weiter

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In Westafrika ist das Ebolavirus weit davon entfernt, unter Kontrolle zu sein. Der bisher schlimmste Ausbruch der Krankheit betrifft bisher Liberia, Guinea und Sierra Leone. In Nigeria gibt es nach dem ersten Todesfall zwei weitere akute Verdachtsfälle. Die Betroffenen wurden isoliert. 69 Menschen stehen außerdem dort unter Beobachtung. Insgesamt sind bisher 729 Menschen in den drei betroffenen Ländern gestorben.

Eines der Hauptprobleme im Kampf gegen die Epidemie ist die mangelnde Kooperation der Bevölkerung. In traditionellen Gesellschaften in Westafrika ist es üblich, einen Verstorbenen von Hand zu waschen und zu umarmen. Bei an Ebola Verstorbenen ist das eine Einladung für eine Ansteckung. In Sierra Leone und Liberia, zwei Länder, in denen noch vor kurzem Krieg herrschte, ist das Vertrauen in staatliche Institutionen außerdem gering, Menschen verstecken ihre Infizierten, statt sie in Krankenhäuser zu bringen. In Sierra Leone haben die Behörden mittlerweile den medizinischen Notstand ausgerufen. Schulen sind geschlossen, Menschenansammlungen verboten und Infizierte werden durch das Militär isoliert. Ähnliche Maßnahmen gibt es in Liberia.

Unterdessen steckt sich auch medizinisches Personal an. Zwei US-Bürger, die für eine humanitäre Organisation arbeiteten, haben sich angesteckt. Einer von ihnen wurde nun zur Behandlung in die USA ausgeflogen. Das Friedenskorps hat seine Freiwilligen und Mitarbeiter als Reaktion evakuiert.

Es gibt gegen das Ebolavirus weder eine Impfung noch eine wirksame Behandlung. Bei bisherigen Ausbrüchen sind so gut wie alle Infizierten auch an der Krankheit gestorben. Der jetzige Erreger ist etwas weniger tödlich. Das allerdings ist keine gute Nachricht. Die geringere Sterblichkeit ermöglicht es dem Virus, mehr Menschen zu infizieren. Der Sprung nach Nigeria ist dem Ebolavirus nur deswegen gelungen.