Eilmeldung

Eilmeldung

Flucht vor Gewalt in Libyen: Ägyptische Gastarbeiter stürmen Grenzposten nach Tunesien

Sie lesen gerade:

Flucht vor Gewalt in Libyen: Ägyptische Gastarbeiter stürmen Grenzposten nach Tunesien

Schriftgrösse Aa Aa

Hunderte ägyptische Gastarbeiter haben in Libyen versucht, den Grenzübergang nach Tunesien gewaltsam zu stürmen. Die libyschen Grenzbeamten reagierten mit Warnschüssen und Tränengas. Dabei wurde ein libyscher Grenzbeamter von einem Querschläger verletzt.

Auslöser waren offenbar sehr lange Wartezeiten beim Grenzübertritt. Mehr als 5000 Menschen sollen an dem Checkpoint anstehen, darunter tausende àgyptische Gastarbeiter auf der Flucht vor der neu aufgeflammten Gewalt in Libyen. Die Lage eskalierte, als einige Wartende die Geduld verloren und einen Massensturm auslösten.

Schon am Donnerstag war es an dem Grenzposten bei Ras Jdir zu Auseinandersetzungen gekommen, dabei starben zwei ägyptische Staatsbürger.

Weil sich die Sicherheitslage dramatisch verschlechtert hat, verlassen derzeit viele Ausländer Libyen. Ein griechisches Marineschiff evakuierte am Donnerstag Mitarbeiter der griechischen Botschaft sowie etwa 80 chinesische Bürger. Am Mittwoch ließ die Regierung in Paris mit einem Marineschiff französische Staatsbürger außer Landes bringen.

Gefechte gibt es derzeit vor allem in den beiden größten libyschen Städten Tripolis und Bengasi. Bei den schlimmsten Kämpfen seit dem Bürgerkrieg 2011 wurden in den vergangenen zwei Wochen rund 200 Menschen getötet.