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Mehr Jobs in den USA - aber keine wirklich guten

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Mehr Jobs in den USA - aber keine wirklich guten

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In den USA sind im Juli 209.000 neue Arbeitsplätze entstanden – gleichzeitig nahm die Zahl der Arbeitslosen zu – vermutlich einst Entmutigte, die nun doch wieder einen Job suchen. Ergebnis: 6,2 Prozent Arbeitslosenquote, nach 6,1 Prozent im Juni, dem niedrigsten Wert seit rund sechs Jahren.

Seit Februar hat das Stellenangebot monatlich stetig um mehr als 200 000 zugenommen, im Juni lag das Plus sogar bei 288 000 Jobs.

Nun beginnt das Kaffeesatzlesen: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hatte am Mittwoch zum erstenmal seit langer Zeit nicht mehr von einer “erhöhten”
Zahl der Jobsucher gesprochen.

Bewegt sich die Arbeitslosenquote aber auf den Zielwert der Zentralbank zu, wird die Zinswende nach oben wahrscheinlicher.

So sind seit dem Ende der Rezession vor 5 Jahren sind fast 8 Millionen neue Jobs entstanden.

Allerdings wuchs die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter gleichzeitig um mehr als 12 Millionen Menschen.

Und viele der neuen Jobs sind keine
Vollzeitstellen. Weniger als die
Hälfte der US-Beschäftigten hat überhaupt noch einen Vollzeitjob. Gut 7 Millionen Amerikaner arbeiten unfreiwillig in Teilzeit. Vor der Rezession waren es nur etwa 4 Millionen. Und ein Vollzeitarbeiter verdient heute inflationsbereinigt im Schnitt weniger als vor 40 Jahren.

Immer weniger Senioren haben genügend Ersparnisse, um mit 65 in Rente gehen zu können – also werden Arbeitsplätze noch knapper.

Die Zentralbank hat eine neue
Umschreibung dafür: Es gebe eine “Unterauslastung” auf dem Jobmarkt.
Soll heißen: Zu wenige haben einen
Arbeitsplatz, der noch eine Familie ernähren könnte.

“Das Vertrauen in den amerikanischen Traum schwindet schnell”, so der
Publizist Mortimer Zuckerman, für ihn ist die Joblage ein “amerikanisches
Dilemma”.

su mit Reuters, dpa