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Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs

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Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs

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In einer bewegenden Zeremonie haben der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Staatspräsident François Hollande dauerhafte Konsequenzen aus dem Beginn des Ersten Weltkriegs vor genau 100 Jahren angemahnt. Gemeinsam erinnerten die beiden Präsidenten am Sonntag auf dem Hartmannsweilerkopf im Elsass an die Toten und Verwundeten des Krieges von 1914 bis 1918. Der Erste Weltkrieg hatte am 03. August 1914 mit der Kriegserklärung des Deutschen Reichs an Frankreich begonnen.

Beide Staatsoberhäupter hielten außerdem leidenschaftliche Plädoyers für Europa und die europäische Integration. Angesichts der aktuellen Krise im Nahen Osten, sagte Hollande, könne es kein schöneres Zeichen geben, als die deutsch-französische Freundschaft. Diese zeige, dass auch schwer verfeindete Völker sich innerhalb weniger Jahre versöhnen könnten.



Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck sagte, Europa und die gemeinsamen europäischen Einrichtungen seien keine Launen der Geschichte. Dieser tiefe Sinn der europäischen Politik müsse immer wieder deutlich gemacht werden. Es müsse unermüdlich an einem vielgestaltigen Europa gearbeitet werden. Dazu gehöre auch, populistischen Strömungen entgegenzutreten, die mit antieuropäischen Parolen Stimmung machten. Gauck sagte weiter, dass die europäische Einigung natürlich auch Probleme mit sich bringe, merkte aber an, dass die Generation in den Schützengräben froh über diese Probleme, die Probleme der europäischen Einigung gewesen wären.

Die beiden Staatsoberhäupter legten zusammen den Grundstein für eine gemeinsame Gedenkstätte, in der an die Gefallenen beider Länder erinnert werden soll. Es ist die erste binationale Erinnerung an den Krieg, und sie wurde von Experten beider Länder konzipiert.

Der Hartmannsweilerkopf war zwischen 1914 und 1918 Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich. 30 000 Soldaten waren hier ums Leben gekommen.