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In Lüttich wird an Beginn des Ersten Weltkriegs erinnert

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In Lüttich wird an Beginn des Ersten Weltkriegs erinnert

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Tausende Luftballons, Schweigeminuten, Kanonschüsse: Zu einer Gedenkveranstaltung in Lüttich haben sich Vertreter aus mehr als 80 Staaten versammelt, um an die Anfänge des Ersten Weltkriegs zu erinnern. Genau vor hundert Jahren – am 4. August 1914 – marschierten deutsche Truppen in Belgien ein, um von dort aus Frankreich anzugreifen.

Am selben Tag erklärte Großbritannien dem Deutschen Kaiserreich den Krieg. Während des Ersten Weltkriegs verloren 17 Millionen Menschen ihr Leben.

Ein schwieriges Erbe für den deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck: “Wir müssen aktiv eintreten für Freiheit und Recht, für Aufklärung, für Toleranz, für Gerechtigkeit und Humanität,” erklärte der deutsche Bundespräsident. “Es waren, meine Damen und Herren, bittere, es waren schreckliche Lektionen, die uns die beiden großen Kriege bereitet haben.”

Neben Gauck waren auch der spanische König Felipe VI. und Prince William aus Großbritannien anwesend. Der französische Präsident François Hollande zog in seiner Rede Parallelen zur Tagespolitik: zur Situation in der Ukraine und im Irak. Wie solle man neutral bleiben angesichts eines blutigen Konflikts im Gazastreifen, der seit fast einem Monat andauere? Man könne nicht neutral bleiben, man sei verpflichtet einzugreifen. Die EU müsse zusammen mit den Vereinten Nationen die Verantwortung übernehmen, forderte Hollande.

Die Gedenkveranstaltung in Lüttich fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Zwei Hubschrauber und Scharfschützen waren im Einsatz. Überall in der Stadt konnten die Menschen die Zeremonie auf Großbildschirmen verfolgen.

Weitere Veranstaltungen waren in der damals stark zerstörten Stadt Löwen und auf dem Soldatenfriedhof St. Symphorien nahe Mons geplant. Ein geschichtsträchtiger Ort, auf dem sowohl der erste als auch der letzte gefallene alliierte Soldat des Ersten Weltkriegs begraben liegen.