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Lernen aus dem Ersten Weltkrieg: Katastrophe nicht wiederholen

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Lernen aus dem Ersten Weltkrieg: Katastrophe nicht wiederholen

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Zu den Gedenkfeiern, die an den Beginn des Ersten Weltkriegs erinnern, hat Andrea Büring unseren Korrespondenten vor Ort Rudolf Herbert befragt.

Andrea Büring, euronews: In Großbritannien, Frankreich und Belgien ist der Erste Weltkrieg im Gedenkjahr 2014 Top-Thema. In Großbritannien dauern die Gedenkfeierlichkeiten gar bis Mitte November 2018 an.
Nicht so in Deutschland: Dort überschattet der Zweite Weltkrieg durch die große Schuld der Deutschen den Ersten Weltkrieg weitgehend.
Bei den Gedenkfeierlichkeiten im belgischen Lüttich ist jetzt euronews-Reporter Rudi Herbert. Wie ist die Stimmung vor Ort, 100 Jahre nachdem deutsche Truppen ins neutrale Belgien einmarschierten?

Rudolf Herbert, euronews-Reporter: Dass sich so viele Menschen im Zentrum von Lüttich versammelt haben, kann man auch als Zeichen dafür nehmen, wie stark der Erste Weltkrieg hier mit dem Alltag der Menschen verbunden ist – und dass sie von den Politikern klare Botschaften erwarten, in dem Sinne, dass Gesten der Versöhnung, wie wir Sie heute hier in Lüttich erlebt haben, notwendig sind. Und nicht nur das: Die Menschen wollen von der politischen Führung Europas auch zugesichert bekommen, dass sich Katastrophen wie der Erste Weltkrieg nicht wiederholen.

euronews: Wie wird der Erste Weltkrieg heute wahrgenommen?

Rudolf Herbert, euronews-Reporter: Ich denke, da hat sich einiges verändert. Man macht heute weniger den Unterschied zwischen Tätern und Opfern, sondern begreift mehr, dass damals die europäische Politik versagt hat – und dass Millionen Menschen für dieses Versagen mit ihrem Leben bezaht haben.