Eilmeldung

Eilmeldung

Amnesty wirft Nigerias Streitkräften Kriegsverbrechen vor

Sie lesen gerade:

Amnesty wirft Nigerias Streitkräften Kriegsverbrechen vor

Schriftgrösse Aa Aa

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den nigerianischen Streitkräften vorgeworfen, bei ihren Kampfeinsätzen gegen die islamistische
Terrorgruppe Boko Haram Kriegsverbrechen begangen zu haben. Fotos und Zeugenaussagen bewiesen, dass Soldaten im Bundesstaat Borno an außergerichtlichen Hinrichtungen beteiligt gewesen seien, hiess es.

Die Bilder in einem Video zeigten offenbar Offiziere der nigerianischen Armee und Angehörige einer Miliz, so Makmid Kamara von Amnesty International. Die nigerianischen Behörden müssten diese Vorfälle umgehend und unabhängig untersuchen lassen, um sicherzustellen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt würden.

Ein Sprecher der Streitkräfte wies die Vorwürfe zurück und kündigte zugleich eine Untersuchung an.

Seitens Amnesty Internationals hiess es, die Lage im Nordosten Nigerias habe sich verschärft. Angesichts der zunehmenden Gewalt durch Boko Haram seien auch die Reaktionen des Militärs eskaliert. Die Lage sei so schlimm, dass sich die Bevölkerung dieses Landesteiles nicht mehr sicher fühlen könne.

Seit einem Angriff Boko Harams auf Armee-Unterkünfte im März habe es mehr als 600 Hinrichtungen mit Beteiligung des Militärs gegeben, hiess es. Boko Haram hat allein in
diesem Jahr mehr als 4000 Menschen im Norden Nigerias getötet. Ziel der Gruppe ist die Errichtung eines Gottesstaates.