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Rosetta und die galaktische Gummiente

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Rosetta und die galaktische Gummiente

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Sechs Milliarden Kilometer in zehn Jahren – das ist die bisherige Bilanz von Rosetta. An diesem Mittwoch beginnt für die Raumsonde ein neues, wichtiges Kapitel: Sie wird die Umlaufbahn ihres Zielkometen “Tschurjumow-Gerasimenko” erreichen. Noch nie zuvor schwenkte ein unbemannter Flugkörper auf den Orbit eines Kometen ein.

Ziel der Reise ist zu verstehen, wie sich das Sonnensystem im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Kometen sind die womöglich ältesten, fast unveränderten Reste der Staubscheibe, aus der unser Sonnensystem entstand.

Fast 1,3 Milliarden Euro kostet die Mission, die zu großen Teilen durch die Europäische Raumfahrtagentur finanziert wird. Rosettas Reise wird voraussichtlich bis Ende 2015 andauern. Der Sonne am nächsten wird Rosetta im nächsten August kommen.

Mit einem Kometen auf Tuchfühlung zu gehen und auf ihm zu landen, sei eine fantastische Mission – die erste in der Geschichte der Raumfahrt. Es sei eine lange Reise, denn man müsse die Orbitalgeschwindigkeit des Kometen erreichen, meint der Chef der zuständigen ESA-Mission Dr Paolo Ferri.

Von der Bordkamera aufgenommene Bilder von Anfang Juli zeigen, dass der Komet aus zwei sich berührenden Körpern besteht. Projektmitarbeitern zufolge ähnele der Himmelskörper einer 5 mal 3 Kilometer großen Gummiente ohne Schnabel.

Im November könnte sich Rosetta bis zu zwei Kilometer nah an die Oberfläche des Kometen annähern, um dort “Philae” – ein Minilabor – abzusetzen, das die Zusammensetzung des Himmelskörpers analysieren soll. Eine weitere Premiere.