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Rücktritt wegen Gaza: Britische Staatssekretärin hält Haltung ihrer Regierung für unmoralisch

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Rücktritt wegen Gaza: Britische Staatssekretärin hält Haltung ihrer Regierung für unmoralisch

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Wegen der Haltung der britischen Regierung im Nahostkonflikt hat Sayeeda Warsi, britische Staatssekretärin im Außenministerium, überaschend ihr Amt niedergelegt.

Die Haltung der Regierung zum Gaza-Konflikt sei unmoralisch, widerspreche rechtsstaatlichen Prinzipien und beschädigen den Ruf des Vereinigten Königreichs, so Warsi in ihrem Kündigungsschreiben.

With deep regret I have this morning written to the Prime Minister & tendered my resignation. I can no longer support Govt policy on #Gaza— Sayeeda Warsi (@SayeedaWarsi) August 5, 2014

Mit großem Bedauern habe sie dem Premierminister am Morgen ihre Rücktrittserklärung übersandt, so Warsi in einer Twitter-Nachricht.

Schatzkanzler George Osborne kritisierte Warsis öffentlichen Schritt: “Es ist eine enttäuschende und ehrlich gesagt unnötige Entscheidung. Die britische Regierung arbeitet gemeinsam mit ihren Partnern daran, Frieden in Gaza zu erreichen, und im Moment haben wir ja einen Waffenstillstand, von dem ich hoffe, dass er hält.”

Die 43-jährige Juristin ist Tochter pakistanischer Einwanderer, Mitglied der Konservativen Partei und wurde 2010 die erste weibliche Ministerin muslimischen Glaubens in einem britischen Kabinett.

Nach internen Streitereien hatte sie zuletzt unter anderem einen untergeordneten Zuständigkeitsbereich im britischen Außenministerium übernommen.

Weil britische Waffen in Gaza tausende Zivilisten und Kinder töteten, fordere sie nun ein Waffenembargo gegen Israel, so Warsi in einem Interview.