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Trau, schau, welcher Aktie: Pleite der Banco Espírito Santo trifft Crédit Agricole

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Trau, schau, welcher Aktie: Pleite der Banco Espírito Santo trifft Crédit Agricole

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Die Probleme bei der portugiesischen Banco Espírito Santo (BES) haben die Bank Crédit Agricole im zweiten Quartal fast in die roten Zahlen gedrückt. Der Gewinn sei um 98 Prozent auf 17 Millionen Euro gefallen, so die französische Großbank.

Dabei drückte die 15-prozentige
Beteiligung an der BES mit 708 Millionen Euro auf das Ergebnis. Crédit Agricole schrieb den Wert der BES-Aktien komplett ab. Auch der Milliardenverlust bei der portugiesischen Bank belastet das Ergebnis.

Die BES war in den Zusammenbruch des Firmenimperiums der Gründerfamilie Espirito Santo hineingezogen worden und hatte im ersten Halbjahr 3,6 Milliarden Euro Verlust verbucht.

Der Staat hatte sie mit fast 5 Milliarden Euro aufgefangen – allerdings nur die “Good Bank”, umbenannt in “Novo Banco”.

Die “Bad Bank” Banco Espírito Santo bleibt mit ihren faulen Geschäften an Aktionären und Gläubigern nachrangiger Anleihen hängen.

Crédit Agricole-Vorstandschef Jean-Paul Chifflet fühlt sich hintergangen: “Wir können nur bedauern, dass wir von der Familie in die Irre geführt wurden, mit der Crédit Agricole eine echte Partnerschaft einzugehen versucht hatte.” Crédit Agricole werde sich der juristischen Aufarbeitung anschließen, die die neue BES-Führung eingeleitet habe. Die Bank war offenbar noch Ende Juni der Familie finanziell zu Hilfe geeilt, als deren Imperium schon dem Untergang geweiht war.

Crédit Agricole ist seit Anfang der 1990er Jahre Aktionär von BES. Bis Ende 2013 stellten die Franzosen dort sogar fünf Mitglieder des Verwaltungsrats, darunter zwei ihrer vier stellvertretenden Chefs, Xavier Musca und Bruno de Laage. Zur Zeit ist Crédit Agricole noch mit zwei Verwaltungsräten bei BES vertreten.

Auch die brasilianische Bank Bradesco, die 3,9 Prozent an BES hält, schrieb ihre Beteiligung vollständig ab – um 118 Millionen Euro.

su mit dpa, Reuters