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Ukraine: Sorge um einen bevorstehenden Flüchtlingsnotstand

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Ukraine: Sorge um einen bevorstehenden Flüchtlingsnotstand

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Das ukrainische Militär hat am Dienstag weitere Truppen rund um die ostukrainsichen Städte Luhansk und Donezk zusammengezogen. Die Anti-Terror-Operation konzentriere sich inzwischen nur noch auf ein Viertel der ursprünglichen Fläche, so Präsident Petro Poroschenko.

Nach Angaben der ukrainischen Armee sei Luhansk inzwischen eingekreist. Auch in Donezk sprechen die Rebellen von einem Zustand der Belagerung. Seit Wochenbeginn kam es in den Vororten und Randbezirken zu Dutzenden Gefechten, dabei gab es auch zivile Opfer.

Die Vereinten Nationen drückten nun Besorgnis über die bevorstehende Offensive auf die zwei Rebellenhochburgen aus. Schon jetzt seien in der Ostukraine 285.000 Menschen auf der Flucht.

“Worüber wir uns Sorgen machen, ist die Art und Weise, in der diese militärischen Operationen durchgeführt werden”, so Vincent Cochetel vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. “Was wird passieren, wenn in urbanen Zentren wie Luhansk und Donetk gekämpft wird? Gefechte in dicht besiedeltem Raum würden einem Massenexodus und große Zerstörungen nach sich ziehen.”

In Donezke bereiten sich viele auf eine längere Belagerung vor. Die Bewohner sind bisher zwar von schweren Kämpfen verschont geblieben, aber gespalten.

“Ich bin sehr traurig, weil wir nie zuvor einen Präsidenten hatten, der so blutrünstig war wie Herr Poroschenko, der seit kurzem an der Macht ist…”, sagt eine Frau.

Doch eine andere Passantin widerspricht: “Sie sagen nicht Wahrheit. Erlauben sie dem Präsidenten, seine Arbeit zu tun.”

“Aber er hat mit dem Blutvergießen angefangen”, entgegnet die Frau.

“Er musste die Ukraine beschützen”, antwortet die Passantin, “dies ist ukrainisches Land, was Sie sagen ist nicht wahr.”

Die Sorge steht beiden ins Gesicht geschrieben. Sie wisse nicht, wohin sie nun vor den Kämpfen flüchten solle, sagt die Frau.