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Ausgereizt, Time Warner - findet Rupert Murdoch

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Ausgereizt, Time Warner - findet Rupert Murdoch

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Rupert Murdoch, 83-jähriger Medienmogul und laut Forbes 33-mächtigster Mensch der Welt, gibt auf: Nach Widerstand von Time Warner will er nicht länger für 60 Milliarden Euro den US-Konkurrenten übernehmen.

Murdoch hatte seinen Medienkonzern News Corp. im vergangenen Jahr aufgespalten. Die profitablen Film- und Fernsehfirmen wurden unter dem Namen 21st Century Fox von den teilweise angeschlagenen Zeitungs- und Buchverlagen abgetrennt. Neben Zeitungen in Großbritannien und Australien besitzt Murdoch das renommierte US-Wirtschaftsblatt “Wall Street Journal”. Mit dem Deal wäre ein weltumspannendes Medienimperium entstanden, das größte der Welt.

Gut gebrüllt, Löwe, fand die Börse: Das Papier von Murdochs Konzern 21st Century Fox legte nach der Absage nachbörslich um gut 10 Prozent zu. Die Aktie des Kaufkandidaten Time Warner fiel um mehr als 11 Prozent – lag aber immer noch über dem Fox-Angebot.

21st Century Fox kündigte an, in den nächsten zwölf Monaten eigene Aktien für 4,5 Milliarden Euro zurückzukaufen.

Vor drei Wochen hatte Murdoch noch sein Übernahmeinteresse bestätigt. Time Warner-Chef Jeff Bewkes hatte die Offerte abgelehnt und Zweifel an der Fähigkeit von 21st Century Fox geäußert, einen Zusammenschluss dieser Größe durchziehen zu können.

Einige Branchenexperten vermuten hinter dem Schritt nichts als ein taktisches Manöver des gewieften Geschäftsmanns. Denn für Murdoch ist ein solcher Rückzug untypisch.

So könne er den Kurs der Time-Warner-Aktie drücken und den Eigentümer des Nachrichtensenders CNN und der Filmstudios Warner Bros doch noch an den Verhandlungstisch zwingen, sagte etwa Analyst Brett Harriss vom Brokerhaus Gabelli & Co. Insidern zufolge meint es Murdoch mit dem Rückzug aber ernst. Sie verweisen auf das geplante Aktienrückkaufprogramm.

Time Warner ist etwas größer als 21st Century Fox.
21st Century Fox setzt mit 25.000 Mitarbeitern
20,7 Milliarden Euro (2013) um, Time Warner mit
34.000 Mitarbeitern 22,3 Milliarden Euro (2013).

su mit dpa, Reuters, AFP