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Gaza: UN-Hilfswerk fordert 140 Millionen Euro für Vertriebene

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Gaza: UN-Hilfswerk fordert 140 Millionen Euro für Vertriebene

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Im Gazastreifen hält die Waffenruhe. Viele Bewohner bleiben in den Unterkünften des UN-Flüchtlingshilfswerks für die palästinensischen Flüchtlinge (UNRWA) – ihre Häuser sind nach 30 Tagen heftiger Kämpfe zerstört. Vor dem Hintergrund der Friedensbemühungen in Ägypten gibt es Hoffnung, dass die für 72 Stunden vereinbarte Waffenruhe nicht nur eine Atempause ist. Doch auch wenn in Gaza Ruhe herrscht, ist der Alltag noch weit weg. “Unsere Häuser und unsere Läden wurden zerstört”, so Nevin Azayzah aus Gaza. “Ich bin hier, um Kleidung für die Kinder zu kaufen. Nur Gott weiß, wie es uns geht. Wir haben nichts mehr. Unser Leben ist zerstört und außerdem ist alles teurer geworden.”

Etwa 250.000 Menschen wurden nach UNRWA-Schätzungen vertrieben. Leiter Pierre Krähenbühl forderte Hilfsgelder in Höhe von rund 140 Millionen Euro. Robert Turner, UNRWA-Direktor für Gaza, warnte vor weiteren Problemen: “Ich habe schon humanitäre Krisen gesehen, das hier ist noch keine. Aber es gibt viele Bedingungen, die dazu führen könnten. Das größte Problem ist der Wassermangel, die fehlende Infrastruktur und das fehlende Wasser in den Häusern. Für unsere Unterkünfte ist das weniger ein Problem als vielmehr für die Bevölkerung.”

In Israel ist der Blick auf die Gespräche in Kairo gerichtet. Die wichtigste Forderung sei weiterhin die Entmilitarisierung des Gazastreifens, betonte ein Regierungssprecher abermals. Die Positionen beider Parteien scheinen weiterhin unvereinbar.

Die israelischen Soldaten an der Grenze zu Gaza halten die Stellung. “Wir waren 30 Tage da und wir bleiben so lange hier, wie wir gebraucht werden, bis alles erledigt ist”, so der Reservist Naftali. “Ich bin verheiratet, ich habe Familie, aber das hier ist wichtig. Also machen wir unsere Arbeit.”

Die ist für rund ein Drittel der ursprünglich eingezogenen Reservisten bereits erledigt: 27.000 von ihnen wurden laut Armee wieder nach Hause geschickt.