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Raumsonde "Rosetta" erreicht nach zehn Jahren Kometen "Tschuri"

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Raumsonde "Rosetta" erreicht nach zehn Jahren Kometen "Tschuri"

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Der Jubel im Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt war groß. Die europäische Raumsonde “Rosetta” hat nach mehr als zehn Jahren Flug durchs All ihr Ziel erreicht: Am Mittwoch schwenkte sie in eine Umlaufbahn um den Kometen “67P/Tschurjumow-Gerassimenko” ein.

“Wir sind nun in einer Position, in der wir diesen fantastischen Schatz, der noch von der Entstehung des Sonnensystems übrig geblieben ist, studieren können”, so Mark McCauchrean von der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA). “Wir können uns nun hineingraben und Material sammeln, das von dem Kometen wegfliegt. Wir können Dinge lernen, die wir nie gesehen haben und über die wir wohl noch nie nachgedacht haben. Nach so vielen Jahren dort zu sein, ist ein wichtiger Meilenstein bei der Mission.”

Die Raumsonde war mehr als zehn Jahre lang unterwegs und hat rund 6,4 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Um 11.30 Uhr an diesem Mittwoch funkte sie ein Signal nach Darmstadt, dass sie erfolgreich in die Umlaufbahn des Kometen eingetreten ist.

Paolo Ferri, Chef der Mission, zeigt sich zufrieden: “Wir haben eine Zone erreicht, zu der noch niemand vorgedrungen ist”, sagt er, “in der Nähe des Kometen ist Gas und Staub, wir müssen lernen, wie wir darin fliegen. Die Manöver in den kommenden Wochen werden entscheidend sein.”

Mit der Erforschung des gut drei mal fünf Kilometer großen auch “Tschuri” genannten Kometen wollen die Wissenschafler Erkenntnisse über die Entstehung des Universums gewinnen.

euronews-Reporterin Monica Pinna erklärt, Kometen seien Zeitkapseln, die aus primitivem Material bestünden. Sie seien Überbleibsel aus einer Epoche, als die Sonne und die Planeten entstanden seien. Mit der Erforschung der Gase, des Staubs und des Kerns erwarteten die Wissenschaftler, einen Blick in die Geschichte und Entwicklung unseres Sonnensystems werfen zu können.