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Ebola-Epidemie: Keine Entwarnung

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Ebola-Epidemie: Keine Entwarnung

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Das Ebolavirus breitet sich weiter aus. In Nigeria gibt es inzwischen acht bestätigte Fälle. Sie alle gehen offenbar auf den Berater der liberianischen Regierung zurück, der von Liberia in die nigerianische Hauptstadt Lagos geflogen, und nach der Landung zusammengebrochen und einige Tage später gestorben war. Einen ersten Verdachtsfall meldete inzwischen auch Saudi-Arabien. Der dort inzwischen verstorbene Patient hatte sich offenbar in Sierra Leone angesteckt. Saudi-Arabien vergibt nun keine Visa mehr an Muslime aus Sierra Leone, Liberia und Guinea, die zur Pilgerfahrt nach Mekka wollen. Diese Regelung solle auf alle Länder ausgedehnt werden, in denen das Virus aufgetaucht ist, sagte ein Sprecher des saudischen
Gesundheitsministeriums.

Die Epidemie hat in Liberia, Guinea und Sierra Leone mittlerweile 930 Menschenleben gefordert, mehr als 1700 bestätigte und Verdachtsfälle wurden außerdem gemeldet. Angesichts des Übergreifens der Krankheit auf Nigeria hat die amerikanische Seuchenbehörde CDC ihre Warnstufe auf die höchste Kategorie 1 heraufgesetzt.

Impfungen oder Medikamente gegen Ebola gab es bisher nicht, allerdings gibt es mittlerweile ein experimentelles Mittel. Es wurde zwei erkrankten Amerikanern in den USA gegeben, die sich in Westafrika angesteckt hatten. Zuvor war dieses Medikament jedoch nur an Affen getestet worden. Die USA wollen das Medikament weiter testen. Es sei noch zu früh, um genaue Aussagen über den Wirkstoff zu treffen, sagte US-Präsident Barack Obama in Washington.

In Genf kam am Mittwoch das Notfall-Komitee der Weltgesundheitsorganisation zusammen, um festzustellen, ob der Ebolaausbruch als internationaler Gesundheitsnotfall eingestuft werden soll. Zum ersten Mal wird unterdessen ein mit dem Virus infizierter Patient nach Europa geflogen. Die spanische Regierung lässt den 75-jährigen Geistlichen Miguel Pajares aus Westafrika heimbringen. Pajares hatte in Liberia an Ebola Erkranke betreut und sich angesteckt.