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Erster Ebola-Infizierter in Europa gelandet - Liberia ruft Notstand aus

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Erster Ebola-Infizierter in Europa gelandet - Liberia ruft Notstand aus

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Ein spanischer Arzt, der sich in Liberia mit Ebola infiziert hat, ist wieder in seiner Heimat gelandet. Miguel Pajares soll in einem Krankenhaus in Madrid behandelt werden. In der aktuell in Westafrika grassierenden Ebola-Epidemie mit bisher über 930 Toten ist der Mediziner der erste Europäer, der zurückgeholt wurde. Pajares arbeitete in der liberianischen Hauptstadt Monrovia in einem mittlerweile geschlossenen Krankenhaus. Mit ihm wurde auch eine spanische Nonne ausgeflogen, die aber offenbar nicht infiziert ist.

Unterdessen ließ die Regierung in Liberia für 90 Tage den Notstand ausrufen. Wegen der raschen Ausbreitung des tödlichen Virus könnten auch Bürgerrechte eingeschränkt werden. Vize-Präsident Joseph Boakai: “Ärzte konnten Patienten nicht behandeln, weil sie angegriffen wurden. Also wollten wir die Bewegungsfreiheit einschränken, um die Krankheit kontrollieren zu können.”

In Liberia starben mindestens 280 Menschen an Ebola. Unwissenheit, Armut sowie religiöse und kulturelle Praktiken würden weiter zur Ausbreitung der Krankheit beitragen, so Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf.

In Genf berät die WHO derzeit über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie.

In Genf kamen am Mittwoch Experten zusammen, um weitere Maßnahmen zur
Eindämmung der Epidemie zu erörtern. Die Mitglieder des
Notfall-Komitees der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen bei
zweitägigen Beratungen feststellen, ob der Ausbruch als
Internationaler Gesundheitsnotfall eingestuft werden sollte. Die
Entscheidung darüber liegt bei WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.
Die Empfehlung soll am Freitag bekanntgegeben werden.
Es ist das erste Mal, dass das WHO-Notfallkomitee wegen eines
Ebola-Ausbruchs einberufen wurde.

WHO experts began a two-day crisis meeting in Geneva to discuss whether the epidemic constitutes a “Public Health Emergency of International Concern“ and to consider steps to help overstretched emergency organisations.

Der aus der Gegend von Toledo in Mittelspanien stammende Pajares
hatte in Monrovia in einem mittlerweile geschlossenen Krankenhaus
gearbeitet. Dort hatte der Spanier den später an Ebola gestorbenen
Direktor Patrick Nshamdzea gepflegt. Am Montag ergab ein Test, dass
er ebenfalls mit dem Virus infiziert wurde.

Die spanische Regierung hat erstmals einen
Ebola-Infizierten nach Europa gebracht. Eine Maschine der Luftwaffe,
die einen mit dem Ebola-Virus infizierten Spanier aus Westafrika
ausgeflogen hatte, landete am Donnerstag auf dem Luftwaffenstützpunkt
Torrejón de Ardoz bei Madrid. Wie das Verteidigungsministerium
mitteilte, befand sich neben dem erkrankten Geistlichen Miguel
Pajares auch eine spanische Nonne an Bord, die mit dem Priester in
Liberia zusammengearbeitet hatte, bei der aber bisher keine
Ebola-Infektion festgestellt worden war.
Spanien ist nach den USA der zweite westliche Staat, der bei der
aktuellen Epidemie in Westafrika einen mit Ebola infizierten
Staatsbürger heimgeholt hat. Der Geistliche und die Nonne sollten in
einem Madrider Krankenhaus unter strengsten Sicherheits- und
Quarantäne-Vorkehrungen behandelt werden.