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Euro-Leitzinsen bleiben wie gehabt - „der Aufschwung ist schwach, fragil und unstetig“

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Euro-Leitzinsen bleiben wie gehabt - „der Aufschwung ist schwach, fragil und unstetig“

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„Der Aufschwung ist schwach, fragil und unstetig,“ findet der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi.

In ihrer Geldpolitik setzen Europas Währungshüter auf die ruhige Hand. Wie von den meisten erwartet, hat der Rat der EZB den Leitzins, zu dem sich die Banken der Euro-Zone bei ihr frisches Geld besorgen, auf dem Rekordtief von 0,15 Prozent gelassen, auch der Strafzins für bei ihr geparktes Bankengeld bleibt bei 0,1 Prozent.

Die wichtigen Zentralbanken würden noch lange keine synchrone Politik fahren können, so der EZB-Chef, schon allein wegen der unterschiedlichen Betroffenheit durch die Ukraine-Krise. Die Lage in der Ukraine und Russland werde natürlich stärkere Auswirkungen auf die Eurozone haben als auf den Rest der Welt.

Mario Draghi:

“Erhöhte geopolitische Risiken, die Entwicklung in den Schwellenländern und auf den globalen Finanzmärkten können die Wirtschaft negativ beeinflussen, etwa über die Energiepreise oder die globale Nachfrage nach Produkte aus dem Euroraum.”

Reizthema Deflation: Hier sei der EZB-Rat einstimmig zu unkonventionellen Maßnahmen bereit, so Draghi. Die mittel- und langfristigen Inflationserwartungen seien aber fest verankert.

Im Juli hatten sinkende Energiepreise die Inflation im Euroraum auf 0,4 Prozent gedrückt – den niedrigsten Wert seit Oktober 2009.

Für die EZB heißt Preisstabilität knapp unter 2,0 Prozent Geldentwertung.

Sie will auf jeden Fall verhindern, dass es zu einer Spirale aus fallenden Preisen und sinkenden Löhnen kommt – und die mühsam auf Trab gebrachte Wirtschaft wieder stillsteht.

Anfang Juni hatte sie ein beispielloses Paket im
Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturflaute aufgelegt: Der Leitzins wurde von 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent gekappt, und Banken müssen seither einen Strafzins zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken.

su mit dpa, Reuters