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Glyndebourne-Festival: Verdi, Prosecco und Picknick

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Glyndebourne-Festival: Verdi, Prosecco und Picknick

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Man nehme: Einen Landsitz der Tudor in Sussex Downs, die Passion Oper und ein Festival von Weltrenommé… verbunden mit aufwendigen Picknicks zwischen den Akten. Das ist Glyndebourne – ein Festival mit einer Tradition, die bis in die 30er Jahre zurückreicht.

2014 feiert es seinen 80. Geburtstag – dieses Jahr ist auch die Ouvertüre eines neuen, enthusiastischen musikalischen Leiters, Robin Ticciati: “Oper ist das Geschenk meines Lebens. Ich war schon immer von Musik besessen. Dann habe ich die menschliche Stimme entdeckt. Und wenn man die menschliche Stimme und das Orchester, die Beleuchtung, die Bühne, Bühnenarbeiter und den Regisseur zusammen nimmt – geht es um Menschen. Das fasziniert mich an der Oper. Jeder ist wichtig. Es sind die menschlichen Verbindungen, man muss den Herzschlag eines Sängers nachvollziehen. Man lernt das Beste, was Menschen sein können. Wir arbeiten an etwas, das viel größer ist, als wir es sind.”

Glyndebourn sucht junge und talentierte Regisseure, Kostümbildner und Sänger. Das ist die Philosophie, die bereits die dritte Generation der Familie Christie antreibt. Von John Christie, dem Gründer des Festivals, bis zu seinem Enkel Gus, der derzeit die Zügel in der Hand hält. Der hofft, “wir wollen die Bühnenerfahrung zu etwas Besonderem machen, so besonders, wie es uns eben möglich ist. Zusammen mit der Landschaft, den Gärten, der Inszenierung, dem Restaurant und dem Essen … Unser Standard ist nicht der für uns bestmögliche, sondern der insgesamt/überhaupt bestmögliche. Das war schon das Motto meines Großvaters,” meint Gus Christie.

Glyndebourne ist nicht nur ein Muss für viele exzentrische Engländer mittleren Alters. Opernfans aller Generationen können ermäßigte Tickets erwerben und die Aufführungen im Internet oder Kino ansehen. Gus Christie erklärt, “wir engagieren aufregende Regisseure und Kostümbildner, die unserer Meinung nach Opern in relevanter und zeitgenössischer Art inszenieren. Sie müssen relevant und zeitgenössisch sein und die Menschen ansprechen. Auf verschiedene Art versuchen wir die Idee keimen zu lassen, dass Oper eine Kunstform ist, die man für sich ausprobieren sollte.”

Den neuen musikalischen Leiter Robin Ticciati erfüllt seine Aufgabe mit Stolz: “Der Ort hier ist ein Familienunternehmen, es geht nicht um Bürokratie: Dahinter stehen John, Audrey, George, Mary und ihre gemeinsame Leidenschaft. Es ist toll, dass die Menschen vorbeikommen, sich schön kleiden und feiern, picknicken, essen, die Gärten genießen und eine ganzheitliche Erfahrung machen. Das ist einfach wunderschön, ein Anlass zum Feiern und stolz zu sein.”

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