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Raumsonde Rosetta bereitet Kometen-Landung vor

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Raumsonde Rosetta bereitet Kometen-Landung vor

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Weit draußen im Weltall, gut 400 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, bereitet sich die europäische Raumsonde Rosetta darauf vor, auf dem Kometen Tschuri zu landen. Eine Premiere in der Geschichte: Noch nie ist ein Raumfahrzeug auf einem Kometen gelandet. Im Moment umkreist Rosetta den Brocken in etwa 100 Kilometern Entfernung, zehn Jahre war sie unterwegs. Gesteuert wird die Sonde vom Kontrollzentrum der europäischen Weltraumorganisation ESA in Darmstadt aus.

Der Forscher Paolo Ferri: “Wir wollen vor allen Dingen alles über Kometen wissen, was wir herausfinden können. Die Informationen, die wir bisher mit Rosetta gesammelt haben, haben das, was wir schon über Kometen wussten, noch um das Tausendfache multipliziert.”

Nun wird nach einem passenden Ort auf dem Kometen gesucht, auf dem Rosetta ihren Landeroboter Philae absetzen kann. Das Problem ist neben der geringen Anziehungskraft des Kometen auch dessen sehr unregelmäßiges Aussehen.

Der Forscher Mark McCauchrean: “Eine Folge dieser verrückten Form ist es, eine ausreichend große Landefläche zu finden. Und der Komet ist ein aktiver Körper, er stößt Gas und Staub aus, und da fliegen wir hinein. Nicht mit hoher Geschwindigkeit, die Sonde wird nicht gefährdet, aber auch diesen Faktor müssen wir berücksichtigen. Es wird also nicht leicht, aber wir sind bereit.”

Inzwischen hat Rosetta erste Oberflächenfotos zur Erde geschickt. Dem Kometen wollen die Forscher nun Informationen über die Entstehung des Sonnensystems entlocken. Kometen sind die wahrscheinlich ältesten weitgehend unveränderten Reste der gigantischen Staubscheibe, aus der vor 4,6 Milliarden Jahren unser Sonnensystem entstand. Tschuri, der mit vollem Namen “67P/Tschurjumow-Gerassimenko” heißt, war 1969 entdeckt worden.