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Rote Khmer-Urteil in Kambodscha: Gerechtigkeit für Überlebende

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Rote Khmer-Urteil in Kambodscha: Gerechtigkeit für Überlebende

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Das Völkermordtribunal in Kambodscha hat die letzten noch lebenden Rote Khmer-Anführer wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Ex-Propagandachef Nuon Chea soll nach der Machtübernahme des kommunistischen Regimes genauso wie Ex-Staatschef Khieu Samphan für die Zwangsvertreibung von zwei Millionen Menschen aus Phnom Penh verantwortlich gewesen sein. Die Anwälte der beiden Angeklagten wollen in Berufung gehen.

Es sei das erste Mal, dass wirklich verantwortliche Führungskader verurteilt wurden, so der Sprecher des Tribunals. 35 Jahre nach dem Ende des Regimes empfinden Überlebende Gerechtigkeit: “Ich bin mit dem Urteil einverstanden”, so ein Überlebender, “aber ich finde, das Gericht sollte im Einklang mit dem Gesetz auch Schmerzensgeld anbieten.”

“Ich bin sehr zufrieden mit der Entscheidung für eine lebenslange Haft”, findet Chum Mey, ebenfalls Überlebender. “Das ist ein Anreiz für die nächste Generation, diese drei Jahre, acht Monate und 20 Tage nicht zu wiederholen.”

Die kommunistischen Khmer stürzten 1975 die unbeliebte und von den USA unterstützte Regierung. Das kommunistische Khmer-Regime wollte einen Bauernstaat schaffen, witterte aber bald überall Staatsfeinde. Unter der Führung von Pol Pot entstand ein totalitäres Regime, unter dem fast ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung ums Leben kam, mindestens 1.7 Millionen Menschen. Hunderttausende starben durch Schwerstarbeit, Hungersnöte, Folter und Mord. Das Regime wurde 1979 durch den Einmarsch vietnamesischer Truppen beendet.