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Jesidin im irakischen Parlament: "Brüder rettet uns, wir werden abgeschlachtet!"

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Jesidin im irakischen Parlament: "Brüder rettet uns, wir werden abgeschlachtet!"

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Die Bilder von der Szene, die sich im irakischen Parlament abspielte, gingen um die Welt. Vian Dakhil, die einzige Jesidin unter den Abgeordneten, fleht ihre Kollegen um Hilfe für ihre Glaubensbrüder an – denn sie sind zu Hunderttausenden auf der Flucht vor dem Terror der Milizen des Islamischen Staats.

“Brüder, was wir vor allem wollen, ist Menschlichkeit, ich spreche hier im Namen der Menschlichkeit: Rettet uns! Wir werden abgeschlachtet, wir werden ausgerottet, eine ganze Religion wird ausgelöscht, vor den Augen der ganzen Welt! Brüder, rettet uns!”, rief Dakhil verzweifelt.

Die Jesiden sind eine kurdische Minderheit. Sie sprechen Kurmandschi, einen der drei Hauptdialekte des Kurdischen. Der größte Teil der weltweit rund 800.000 Jesiden lebt im Irak.
In den Augen der Terrormiliz “Islamischer Staat” gelten sie als Teufelsanbeter.
Aus Angst vor Angriffen fliehen sie zu Hunderttausenden in das Sindschar-Gebirge. Jetzt erhalten sie internationale Hilfe, doch für viele kommt sie zu spät: an die Hundert sind bereits verhungert oder verdurstet.