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Nordirak: "Es herrschte Panik, die gesamte Bevölkerung floh"

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Nordirak: "Es herrschte Panik, die gesamte Bevölkerung floh"

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Telefonisch waren wir mit Bruder Sebastien verbunden, der der christlichen Gemeinde im kurdischen Sulaimania angehört. Er hat beobachtet, wie tausende christliche Flüchtlinge nach Kurdistan geflohen sind.

“Die Christen sind aufgeregt und deprimiert”, sagt er. “Sie wollen wissen, was ihnen geschieht. Die Stadt Karakosch war ihre kulturelle Hauptstadt. Die Kämpfer des ‘Islamischen Staates’ waren sehr nah und haben schließlich die Kurden besiegt, sie mussten sich zurückziehen. Mitten in der Nacht haben sie den Bischof angerufen, der in der Stadt eine gewisse Autorität besitzt. Sie haben ihm gesagt, dass sie ihre Posten verlassen. Es herrschte Panik, die gesamte Bevölkerung floh.

Das ist eine große menschliche Katastrophe. Einige haben acht Stunden lang am Checkpoint gewartet – mit dem Gefühl, dass der ‘Islamische Staat’ direkt hinter ihnen ist. Der Checkpoint wurde nicht geöffnet, denn die Kurden kontrollierten aus Sicherheitsgründen jeden. Einige verbrachten dort Stunden, mit ihren Säuglingen auf dem Arm. Das ist eine Tragödie.

Nach Angaben der chaldäisch-katholischen Kirche flohen am Donnerstag Hunderttausende aus ihren Dörfern im Norden des Irak. Papst Franziskus rief die internationale Gemeinschaft zu einem verstärkten Einsatz für die von Gewalt und Vertreibung betroffenen Menschen in der Region auf.