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Wunder nach Tsunami: Familie findet seit 2004 vermisste Tochter wieder

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Wunder nach Tsunami: Familie findet seit 2004 vermisste Tochter wieder

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Zehn Jahre nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean hat ein indonesisches Elternpaar seine tot geglaubte Tochter wieder gefunden.

An die Katastrophe kann sich die inzwischen 14-jährige Raudhatul Jannah nur bruckstückhaft erinnern: “Ich kann mich nur daran erinnern, dass mein Bruder und ich auf einer Holzplanke im Wasser saßen und geredet haben. Nach einer Weile kamen Leute vorbei, um zu helfen. Als nächstes erinnere ich mich daran dass ich auf festem Boden war, aber mein Bruder nicht.”

Ihren Bruder sieht das Mädchen nie wieder. Jannah wird später von einer Pflegefamilie aufgenommen und wächst etwa 130 Kilometer südlich ihres Elternhauses bei Aceh auf – bis einem Onkel zufällig die Ähnlichkeit der 14-jährigen mit seiner vermissten Nichte auffällt. Inzwischen lebt Jannah wieder bei ihren leiblichen Eltern.

“Die Pflegefamilie hat uns erlaubt, sie nach Hause zu holen”, so Mutter Jamiliah Raudhatul. “Aber wir wollen auch ihre Pflegegroßmutter bei uns aufnehmen. Als Mutter weiß ich, wie sich das anfühlt. Sie leben seit zehn Jahren zusammen und ich kann sie nicht einfach auseinanderreißen, ich muss rücksichtsvoll sein.”

Einen DNA-Test wollen die Eltern nicht durchführen lassen. Sie sind sich sicher, dass es sich um ihre Tochter handelt, basierend auf einem Vergleich mit Kinderfotos und dem mütterlichen Instikt.

Erst 2011 hatte ein anderes Elternpaar nach sieben Jahren ein vermisstes Kind wiederentdeckt. Seit dem Tsunami Ende 2004 gelten rund 230.000 Menschen als tot oder vermisst – die meisten in Indonesien.