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Drei Kandidaten und ein klarer Favorit: Die Türkei wählt ihren Staatspräsidenten

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Drei Kandidaten und ein klarer Favorit: Die Türkei wählt ihren Staatspräsidenten

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Am Sonntag wird in der Türkei erstmals der Staatspräsident direkt gewählt. Im Ausland lebende Türken durften ihre Stimme bereits vor einer Woche abgeben – ihre Wahlbeteiligung war allerdings äußerst gering.

Der derzeitige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, dem das türkische Wirtschaftswunder zugerechnet wird, gilt als Favorit. Er könnte schon in der ersten Wahlrunde die absolute Mehrheit erreichen.

Sein wichtigster Konkurrent, Ekmeleddin Ihsanoglu, Kandidat eines Oppositionsbündnisses, hofft von Korruptionsvorwürfen und anderen Skandalen um Erdogan zu profitieren. Auch setzt er auf die Stimmen von AKP-Anhängern, denen Erdogans Stil zu autoritär oder konservativ ist. In den türkischen Medien war er aber weniger sichtbar.

Genau wie Selahettin Demirtas, der dritte Präsidentschaftsbewerber. Er tritt mit einer pro-kurdischen Agenda an. Seine Kandidatur gilt als symbolisch, noch vor zehn Jahren wäre sie praktisch unmöglich gewesen.

Im kurdisch geprägten Südosten verbinden sich mit der Wahl große Hoffnungen. “Ich hoffe, dass die Präsidentenwahl unserer Stadt und unserem Land Frieden bringt”, so ein Einwohner der Stadt Diyarbakır. “Ich hoffe, dass der neue Präsident das Blutvergießen beenden wird. Wir alle hoffen das.”

Auch in Istanbul, der progressiven Weltstadt im Westen des Landes, wünschen sich viele eine Präsidenten, der Gräben überwindet. “Ich finde, dass der neue Präsident keine Unterschiede aufgrund von Rasse, Religion, Sprache oder ethnischer Zugehörigkeit machen darf”, sagt eine junge Frau. “Er muss jede politische Partei gleich behandeln.”

Aus seiner eigenen Partei muss der neugewählte Präsident austreten – so will es das Gesetz.