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Obama: "Das wäre Völkermord"

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Obama: "Das wäre Völkermord"

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US-Soldaten werfen Hilfspakete ab, versuchen Zivilisten im Norden des Irak aus der Luft mit Wasser und Nahrungsmitteln zu versorgen.

Viele der Bedürftigen sind Jesiden. Zehntausende Angehörige der Religionsgemeinschaft sollen sich aus Angst vor den Milizen der Gruppe Islamischer Staat (IS) in den Sindschar-Bergen nahe der Grenze zu Syrien versteckt halten. Nach Angaben des Zentralrates der Jesiden in Deutschland brauchen 200.000 Menschen Hilfe.

Man könne nicht tatenlos zusehen, so US-Präsident Barack Obama, als er Luftangriffe und Hilfslieferungen genehmigte:

“Wir haben einen humanitären Einsatz begonnen, um den irakischen Zivilisten zu helfen, die in der Bergregion gefangen sind”, sagte Obama. “Die Terroristen gehen vor allem mit religiösen Minderheiten brutal um. Sie halten Familien fest, erschießen Männer und versklaven Frauen. Es besteht die Gefahr der systematischen Zerstörung einer religiösen Gemeinschaft, das wäre Völkermord.”

Neben den Jesiden fliehen auch andere religiöse Minderheiten vor den IS-Kämpfern. Zu den kurdischen Verteidigungseinheiten gesellen sich mittlerweile weitere bewaffnete Gruppen, die sich den Extremisten in den Weg stellen wollen.

Und mittendrin immer wieder menschliches Leid, persönliche Schicksale:

“Viele meiner Angehörigen sind noch eingeschlossen”, so ein Flüchtling. “Warum? Warum gibt es keine Lösung? Was haben wir getan, dass wir dieses Schicksal verdienen?

Die Vereinten Nationen fordern die Einrichtung eines Hilfskorridors, um Zivilisten in Sicherheit zu bringen, sagte der UN-Gesandte im Irak.