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Erdogan kann als Präsident an der "neuen Türkei" arbeiten

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Erdogan kann als Präsident an der "neuen Türkei" arbeiten

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Keine Überraschung bei der türkischen Präsidentschaftswahl. Der große Favorit Recep Tayyip Erdogan hat die Abstimmung gewonnen. Nun hat er die Möglichkeit, in den kommenden fünf Jahren all seine Absichten umzusetzen, von denen er im Wahlkampf immer gesprochen hat. Einmal verkündete er: “Ich bin entschlossen, auch als Präsident weiter am Aufbau der neuen Türkei zu arbeiten.”

Erdogans Partei die AKP, hat seit Oktober 2002 praktisch alle Wahlen gewonnen. Trotz Abnutzungserscheinungen nach 12 Jahren an der Macht, trotz Skandalen und Kritik an seinem autoritären und religiösen Regierungsstil: Erdogan bleibt der populärste Politiker der Türkei.

Mit ihm an der Regierungsspitze hat die Türkei ein zehn Jahre andauerndes Wirtschaftswachstum erlebt. Das Land erholt sich wirtschaftlich, zahlt Schulden zurück und auch die Währung gewinnt an Wert. In Erdogans Amtszeiten beginnen auch die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union.

Recep Tayyip Erdogan hat es geschafft, seine Gegner im Inneren zu bezwingen und sich selbst als einen Staatsmann zu präsentieren, der in der muslimischen Welt Gewicht hat. Und das trotz einer Reihe an diplomatischen Fehlschlägen, wie in Syrien oder Ägypten.

Mit seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl wird der Fußballfan und Gelegenheitskicker Erdogan in seinem Land der politisch langlebigste Staatsmann nach Mustafa Kemal Atatürk, dem Staatsgründer, der seinerzeit die moderne und laizistische Türkei aus den Ruinen des osmanischen Reiches auferstehen ließ.