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Flüchtlingselend: Sackgasse Nordirak

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Flüchtlingselend: Sackgasse Nordirak

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Zehntausende irakische Jesiden sind vor der Verfolgung durch IS-Milizen in das Sindschar-Gebirge im Norden des Landes geflüchtet.

Viele von ihnen waren dort tagelang von der Außenwelt und der Versorgung von Nahrungsmitteln abgeschnitten, bis erste Hilfsgütertransporte eintrafen.

Nach örtlichen Medienberichten konnten kurdische Peschmerga-Soldaten inzwischen etwa 10.000 Jesiden durch einen Schutzkorridor in Sicherheit bringen.

Viele Christen suchen auf der Flucht Schutz vor der Miliz Islamischer Staat in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil:

“Wir kommen aus Mossul, aus Hamdaniya. Alle Christen in Mossul sind geflohen und niemand hilft uns. Wir bitten um Aufnahme in anderen Ländern. Im Irak wollen wir nicht bleiben. Die IS-Miliz jagt Christen, Jesiden und andere Minderheiten.”

Ein weiterer Flüchtling in Erbil beklagt::

“Wir leben unter tragischen Umständen und keine Tür steht uns offen. Es gibt weder Essen noch Getränke. Wir sind Flüchtlinge und viele sind krank. Ein älterer Mann ist gestorben. Ich bin sprachlos.”

Laut einem Bericht der Vereinten Nationen halten sich in der kurdischen Autonomieregion mittlerweile über 600.000 Flüchtlinge auf.

Ferner sind offenbar tausende überwiegend jesidische Familien immer noch im Sindschar-Gebirge eingeschlossen. Die UN-Mission im Irak schätzt ihre Zahl auf bis zu 55.000.