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Nordirak: Hilfsoperationen kommen in Fahrt, Kurdistan bittet um Waffenlieferungen

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Nordirak: Hilfsoperationen kommen in Fahrt, Kurdistan bittet um Waffenlieferungen

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Seit mehr als einer Woche harren sie schon aus, es mangelt an Nahrungsmitteln, Wasser und Zelten. Das kurdische Fernsehen fand einige der geflohenen Jesiden in den unwirtlichen Sindschar-Bergen im Nordirak. Mindestens 60 Menschen sollen dort schon verdurstet oder verhungert sein. Dennoch halten sie ihre Überlebenschancen hier offenbar für größer, als in den Händen der Dschihadisten des Islamischen Staats.

Schätzungen zufolge sind weit mehr als 100.000 Jesiden in den Bergen vom IS eingeschlossen, mehrere zehntausend konnten inzwischen offenbar durch einen militärisch geschaffenen Korridor in Sicherheit gelangen.

Einige von ihnen werden von kurdischen Peschmerga-Einheiten versorgt, während Transportmaschinen der USA und Großbritanniens in den Bergen weiter Lebensmittel und Wasser abwerfen. Auch Frankreich will sich nun an der humanitären Operation beteiligen.

Der Präsident der autonomen Region Kurdistan, Masud Barzani, forderte die Internationale Gemeinschaft auf, auch Waffen zu liefern, um den Widerstand gegen IS zu stärken. Für unabdingbar halten Experten neben internationaler Unterstützung aber auch eine koordinierte Zusammenarbeit der betroffenen Staaten der Region:

“Wenn die internationale Gemeinschaft sich weiterhin zurückhält und nichts tut, dann werden die Dschihadisten bald den gesamten Nahen Osten infiltrieren”, so der syrische Beobachter Tarek Abdu. “Meiner Einschätzung nach haben sie in vielen arabischen Ländern schon eine Präsenz, sie können also jederzeit losschlagen.”

Großbritannien begann in der Nacht auf Sonntag ebenfalls mit dem Abwurf von Hilfsgütern, 16 Millionen Euro wurden dafür bislang bewilligt. Doch die Hemmschwelle, mit mehr als nur humanitärer Hilfe einzugreifen, ist hoch.