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Erdogan kündigt "neue Ära" an

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Erdogan kündigt "neue Ära" an

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Recep Tayyip Erdogan ist ins höchste Amt der Türkei gewählt worden. Nach vorläufigen Ergebnissen gewann er die Wahl im ersten Durchgang mit absoluter Mehrheit. Der 60-Jährige wird der 12. Präsident des Landes. Es war ein historischer Urnengang, denn zum ersten Mal konnte das Volk über seinen Präsidenten direkt bestimmen.

Er erklärte: “Ich sage das von ganzem Herzen: Heute beginnen wir eine neue Ära der sozialen Versöhnung. Die Konflikte der Vergangenheit sollen der ‘alten Türkei’ angehören.”

Die Opposition kritisierte die Machtkonzentration auf Erdogan scharf. Sie wirft ihm vor, das Land zu spalten. Seine Gegner forderte Erdogan auf, vor der eigenen Tür zu kehren: “Die, die uns diktatorisch, autoritär genannt haben: Schaut euch selbst an. Die, die mir vorgeworfen haben, eine Einmannband zu sein: Schaut euch selbst an. Wir erinnern uns noch gut daran, wie wir gelitten haben, als wir in der Opposition waren.”

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Abdullah Gül will sich Erdogan nicht auf eine zeremonielle Rolle beschränken, sondern ein Präsidialsystem einführen. Sein Vorhaben: Eine neue Verfassung soll dem Amt mehr Macht geben. Dies könnte nach den nächsten Parlamentswahlen, spätestens im Sommer 2015 geschehen.

Erdogan kommt nach Auszählung fast aller Stimmen auf 51,8 Prozent. Auf den Kandidaten der beiden größten Oppositionsparteien Ekmeleddin Ihsanoglu entfallen demnach 38,4 Prozent der Stimmen. Der Kandidat der pro-kurdischen Partei HDP Selahattin Demirtas erhielt 9,7 Prozent.