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Lage der jesidischen Flüchtlinge wird immer bedrohlicher

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Lage der jesidischen Flüchtlinge wird immer bedrohlicher

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Im Norden des Irak hält der Flüchtlingsstrom der Jesiden an. Mehrere zehntausend Angehörige der religiösen Minderheit harren im Sindschar-Gebirge aus. Ihre Lage ist lebensbedrohlich. Die Jesiden suchen Zuflucht vor der Verfolgung durch die Dschihadisten vom “Islamischen Staat”. Eine größere Gruppe konnte sich nach Malikiya im kurdischen Teil Syriens retten.

“Fast alle haben Blasen an den Füßen, weil sie so lange gelaufen sind. Allgemein sind sie schwach. Es gibt viele Fälle von Dehydratation, sowohl bei den Jungen wie bei den Alten. Schwere Dehydratation, die sofortige Flüssigkeitsaufnahme verlangt. Einige sind gestürzt. Wir haben Knochenbrüche im Spital und einige haben infizierte Schusswunden”, beschreibt der Arzt vom Roten Halbmond den Zustand der Flüchtlinge.

Zur Rettung der Flüchtlinge erwägen die USA einen Militäreinsatz im Nordirak. Im Gespräch sind ein Lufteinsatz und die Einrichtung eines humanitären Korridors. Nach einer Sondersitzung des Krisenstabs der britischen Regierung teilte der britische Premierminister Cameroon mit, Großbritannien werde einen entscheidenden Beitrag zu einer “internationalen Mission” zur Rettung der Jesiden leisten. Bislang hat Großbritannien für die Jesiden dreimal Hilfslieferungen unter anderem mit Trinkwasser und Zelten von Flugzeugen aus abgeworfen. Außerdem hat es Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tornado und Chinook-Hubschrauber in den Irak verlegt.