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Papst Franziskus in Südkorea - wagt er sich an den 38. Breitengrad?

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Papst Franziskus in Südkorea - wagt er sich an den 38. Breitengrad?

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Südkorea, Sri Lanka, Philippinen: Für Papst Franziskus ist Asien DAS Thema seines Pontifikats. Erste Station einer fünftägigen Südkorea-Reise: Seoul.

Es ist die erste Reise des Papstes in die Region. Ostasien hat seit 1995 keinen Papst mehr gesehen, seit Johannes Paul II zum Weltjugendtag nach Manila reiste.

Dabei ist Franziskus – anders als sein Vor-Vorgänger – kein “eiliger Vater”. Dies ist erst seine dritte Reise außerhalb Italiens in fast 1,5 Jahren -nach Brasilien und dem Heiligen Land.

10% der Südkoreaner sind Katholiken. Diese Minderheit zeigt bemerkenswerte Dynamik: Sie wuchs in zehn Jahren um 30%.

Offizieller Anlass für die Reise ist der 6. Asiatische Jugendtag in Taejon. In den fünf Tagen trifft der Papst außer jungen Leuten auch Arme, Kranke und betet für alle abgetriebenen Kinder des Landes.Franziskus wird auch an Märtyrer erinnern, das Wachstum der Kirche in der Region ist ein Thema und die Aussöhnung zwischen den beiden koreanischen Staaten.

Eine vage Hoffnung für Choo Hye-ok, koreanische Katholikin:

“Unser Land hat schwere Zeiten hinter sich. Ich hoffe, der Papst-Besuch in Südkorea wird uns helfen, unsere Probleme zu lösen, besonders den Konflikt zwischen Süd-und Nordkorea.”

Die Hauptstadt des Südens erwartet zum Abschied etwa eine Million Menschen zu einer “Messe für Frieden und Aussöhnung” der Koreaner in Nord und Süd am 18. August mitten in Seoul.

Bis dahin spricht der Papst 124 koreanische Märtyrer aus dem 18. und 19. Jahrhundert selig und trifft Zwangsprostituierte der japanischen Armee im Zweiten Weltkrieg.

Yoon-Mee Hyang, Direktorin des Rates für Zwangsprostituierte:

“Das Treffen mit dem Papst wird Trost und Hilfe für die ehemalige Trostfrauen sein. Es setzt auch die japanische Regierung unter Druck und die internationalen Gesellschaft. Ich hoffe, das Treffen bringt Bewegung in das Trostfrauen-Problem.”

Einige hoffen auch auf eine dramatische Geste des Papstes, auf eine Fahrt an die “Demarkationslinie” genannte Grenze zu Nordkorea, etwa am 38. Breitengrad. Im Mai war er in Bethlehem an die Trennmauer zu Israel und jüdischem Siedlungsgebiet im Westhordanland gefahren. Bisher aber nicht auf dem Reiseplan, so sein Umfeld.

Versöhnung, Frieden, Auflösung von geopolitischen Spannungen und territorialen Konflikten ohne Gewalt – das sieht Papst Franziskus als seine Mission, auch in der Außenpolitik. So sprach er vor der Abreise von dem neuen Krieg in Gaza, der “die Beziehungen zwischen Israelis und Palästinensern nur noch verschlechtert”. “Entsetzt “ sei er auch über die Situation im Irak und kam dann auf seine Reise nach Süd-Korea zu sprechen: Die Gläubigen sollten für ihn beten.

su mit dpa