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Irak: Evakuierung der Jesiden hält an - US-Einsatz wird unwahrscheinlich

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Irak: Evakuierung der Jesiden hält an - US-Einsatz wird unwahrscheinlich

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Im nordirakischen Sindschargebirge wird weiterhin versucht, die vor der islamistischen Terrormiliz geflohenen Jesiden in Sicherheit zu bringen. Die irakische Armee evakuierte Flüchtlinge, wie Aufnahmen des Verteidigungsministeriums zeigen sollen. Großbritannien will Helikopter schicken.

Unterdessen wird eine US-Mission zur Evakuierung der Jesiden immer unwahrscheinlicher: Ein Team des Pentagons, das sich vor Ort ein Bild von der Lage machte, habe festgestellt, dass sich im Sindschargebirge weitaus weniger Jesiden als befürchtet befinden. Zudem hätten die Flüchtlinge Zugang zu dem zuvor in die Region gebrachten Wasser und Lebensmitteln, hieß es in einer Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums von Mittwochnacht.

Nach fast zwei Wochen Flucht sind viele Angehörige der religiösen Minderheit in Khabur an der syrischen Grenze gestrandet. IS droht Andersgläubigen mit dem Tod. Immer wieder gibt es Berichte über die Verhaftung, Vergewaltigung und Versklavung von Frauen. “Der Islamische Staat hat uns Tausende unserer Mädchen und Frauen weggenommen”, so Khazhi Saleh, die auf der Flucht eines ihrer Kinder verloren hat.

Von dem Gebiet an der syrischen Grenze machen viele Flüchtlinge ihren Weg in die autonomen Kurdengebiete. Über 100.000 Menschen sind hier laut der Internationalen Organisation für Migration in den vergangenen zwei Wochen angekommen. “Bei unserer Flucht ins Sindschargebirge wurden wir von den Milizen des Islamischen Staat verfolgt”, so ein Jeside. “Sie haben junge Leute und Frauen umgebracht und gesagt, wir müssen alle zum Islam konvertieren.”

Das Schicksal der Flüchtlinge ist ungewiss: Etwa 300 Jesiden demonstrierten in Dohuk dafür, im Westen aufgenommen zu werden.