Eilmeldung

Eilmeldung

Was Sie über das Ebola-Virus wissen sollten

Sie lesen gerade:

Was Sie über das Ebola-Virus wissen sollten

Schriftgrösse Aa Aa

Ebola, besser gesagt, die Krankheit Ebola nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation, wurde zum ersten Mal im Jahr 1976 beobachtet. Das Virus hatte sich parallel in mehreren hundert Kilometern Distanz entwickelt: In Nzara im Sudan und Yambuku in Zaire (heute Demokratische Republik Kongo), einer Stadt in der Nähe des Ebola-Flusses. Dessen Name wurde dann verwendet, um die neue Epidemie zu benennen.

Der aktuelle Ebola-Ausbruch in Westafrika übertrifft in seinem Ausmaß alle seit 1976 aufgetretenen Ebola-Epidemien bei weitem.

7.470 Fälle wurden von der Weltgesundheitsorganisation WHO bis Anfang Oktober registriert, das sind mehr als alle bisherigen Ebola-Fälle zusammengenommen und 17,6-mal so viele wie beim bislang schwersten Ebola-Ausbruch in Uganda im Jahre 2000.

3.431 Erkrankungen verliefen tödlich, das entspricht einer Mortalitätsrate von 45,9 %.

Die US-Seuchenschutzbehörde CDC schätzt, dass die tatsächliche Zahl der Ebola-Erkrankungen 2,5-mal so hoch ist wie die der WHO gemeldeten Fälle.

Schlimmste Ebola-Ausbrüche:

- nach Zahl der Toten: 280 Zaire (1976, erstes Auftreten von Ebola, 318 Fälle, Mortalität 88 %)

- nach Zahl der Infektionen: 423 Uganda (2000/01, 224 Todesfälle, Mortalität 52,7 %)

Ebola ist eine der ansteckendsten Krankheiten. Wenn das Virus überspringt, ist die Krankheit in bis zu 90% der Fälle tödlich. Es gibt mehrere Stämme. Wer die Krankheit übersteht, ist gegen “seinen” Virus-Stamm immun. Das Ebola-Virus gehört zur Familie der Filoviren, wie das Marburg-Virus. Der Stamm, der vor knapp 40 Jahren in Zaire (ZEBOV) entdeckt wurde, ist am weitesten verbreitet und am aktivsten.

Der aktuelle Ausbruch, er begann vermutlich im Dezember 2013 wurde von der WHO zur “gesundheitlichen Notlage von globaler Reichweite” erklärt.

Übertragung

Wie erkennt man einen Ebola-Kranken?

◦ Natürliches Reservoir des Virus könnten Flughunde sein.
◦ Das Virus springt auf andere Arten, auch den Menschen nach Kontakt mit Blut, Sekreten, Organen oder Körperflüssigkeiten von infizierten Tieren.
◦ Der Mensch steckt sich meist bei anderen Säugetieren an, etwa Menschenaffen oder Schweinen.
◦ La Inkubationszeit beim Menschen schwankt zwischen 2 und 21 Tagen.

Symptome

Phase 1

◦ Zunächst treten plötzliches Fieber auf, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und ein allgemeiner Schwächezustand.

Phase 2

◦ Dann folgen Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, Nieren- und Leberversagen. In manchen Fällen kam es zu inneren und äußeren Blutungen.
◦ Von Mensch zu Mensch wird das Virus durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen (Schleimsekrete, Sperma, Speichel, Schweiß, Erbrochenes, Kot oder Blut).
◦ Auch durch direkten Kontakt mit kontaminierten Nadeln oder Spritzen haben sich Menschen schon angesteckt. Das macht die Behandlung sehr schwierig.
◦ Schließlich können Bestattungsriten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Virus spielen. Tote sollten möglichst schnell begraben werden, weil das Virus noch aktiv ist.

Prävention

Wie bekämpft man die Ausbreitung von Ebola?

◦ Bei Verdacht werden bei Patienten Proben von Blut, Speichel oder Urin genommen und analysiert. Das bestätigt (oder widerlegen) eine Infektion.
◦ Beim Umgang mit infizierten Tieren oder Menschen müssen Handschuhe und Schutzkleidung (chirurgische Maske, Kittel, etc.) getragen werden.
◦ Patienten müssen isoliert werden mit Pufferzonen zur äußeren Umgebung.
◦ Drastische Hygieneregeln sind einzuhalten: Das Virus bleibt bei Raumtemperatur und selbst bei 4 °C über mehrere Tage ansteckend, etwa an Spritzen.
◦ Wird ein Fall entdeckt, muss die Kette der Kontakte rekonstruiert werden, um alle Kontaktpersonen zu isolieren.
◦ Die Aufklärung der Bevölkerung spielt eine zentrale Rolle.
◦ Noch gibt es keinen Impfstoff. So unterstützt die Behandlung vor allem Widerstandskraft und Wohlbefinden: Infusionen bei Dehydrierung, usw.
◦ Die WHO rät Ebolapatienten weder Aspirin noch Ibuprofen zu verabreichen, weil dadurch Blutungen verstärkt werden können.

Behandlung

Alle Therapien sind zur Zeit noch experimentell. Ein Medikament hat viel Hoffnung erzeugt: ZMapp. Es wurde sie zwei infizierten amerikanischen Ärzten injiziert. Sie erholten sich. Allerdings konnte auch ZMapp den Tod eines infizierten spanischen Priesters nicht verhindern. Die Wirksamkeit ist also ungewiss. Aber angesichts der Dringlichkeit der Lage hat die WHO den Einsatz von nicht zugelassenen Arzneimitteln gegen Ebola erlaubt.

“Angesichts des Ausmaßes der Epidemie (…), kam der Ausschuss einstimmig zur Überzeugung: Es ist ethisch in Ordnung, nicht zugelassene Behandlungen akut oder präventiv anzubieten, deren Wirksamkeit und Nebenwirkungen noch nicht bekannt sind”Weltgesundheitsorganisation WHO – 11.08.2014

Also wurde ZMapp, entwickelt von einem privaten amerikanischen Pharmaunternehmen, nach Westafrika geschickt. Laut Firma wurden die Einheiten kostenlos zur Verfügung gestellt.

Auch Kanada hat sich zur Lieferung von bis zu 1.000 Dosen eines experimentellen Impfstoffs verpflichtet, namens VSV-EBOV. Es wurde noch nie an Menschen getestet, aber Tests an Tieren verliefen “vielversprechend”.

Betroffene Länder

Verbreitung des Virus - Opfer