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EU-Wirtschaft in der Ukraine-Krise: Brüssel will Sanktionsfolgen lindern

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EU-Wirtschaft in der Ukraine-Krise: Brüssel will Sanktionsfolgen lindern

EU-Wirtschaft in der Ukraine-Krise: Brüssel will Sanktionsfolgen lindern
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Die Wirtschaft in den EU-Ländern stagniert und daran hat auch die Ukraine-Krise ihren Anteil: In Brüssel erörterten nun Agrarexperten aus allen 28 EU-Staaten die Auswirkungen der Sanktionen und des russischen Importstops für Obst und Gemüse.

Jenen Produzenten, die davon am stärksten betroffen sind, soll nun möglicherweise mit Geldern aus einem 420 Millionen Euro schweren Nottopf geholfen werden.

“Es ist die Erntesaison und auf einmal verlieren wir einen ganzen Markt für den es keinen direkten Ersatz gibt”, so Roger Waite, EU-Sprecher für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. “Deshalb hat die Kommission beschlossen, dass wir in der kommenden Woche Notmaßnahmen für verderbliche Landwirtschaftsprodukte präsentieren werden.”

Dass Moskaus Gegensanktionen schmerzhafte Auswirkungen haben, darauf hatten erst vor wenigen Tagen griechische Obstbauern aufmerksam gemacht: Vor laufenden Kameras schmissen sie zentnerweise Obst weg, das für den russischen Markt bestimmt war.

“Das könnte sich in der Zukunft noch verstärken, wenn es zu einer Eskalation kommt”, so Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. “Was mir vor allem Sorgen macht, sind die Finanzsanktionen gegen russische Märkte und Banken. Das birgt Risiken, weil wir nicht genau kalkulieren können, wie sich diese Finanzsanktionen auf das Vertrauen in den [Welt-] Märkten auswirken.”

Am Freitag kommen die EU-Außenminister erneut zusammen – weitere Sanktionen gegen Moskau werde es vermutlich aber erst einmal nicht geben, so heißt es aus Brüsseler Kreisen.

Eine baldige Gesprächsrunde zwischen den Präsidenten Russlands, der EU-Kommission und der Ukraine soll zudem sicherstellen, dass der russische Gasexport nicht gefährdet wird.