Eilmeldung

Eilmeldung

Hoffnung auf Wende im Irak: Al-Maliki macht Weg für Regierung unter al-Abadi frei

Sie lesen gerade:

Hoffnung auf Wende im Irak: Al-Maliki macht Weg für Regierung unter al-Abadi frei

Schriftgrösse Aa Aa

Der umstrittene irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki macht den Weg für eine Neubildung der Regierung durch den bisherigen Vize-Parlamentsvorsitzenden Haider al-Abadi frei.

Wochenlang hatte er sich al-Maliki dagegen gestemmt, nun hat der massive Druck aus den eigenen Reihen, von Religionsvertretern und Regierungen anderer Länder offenbar Wirkung gezeigt.

“Um den politischen Prozess und die Bildung der Regierung zu erleichtern, habe ich beschlossen, meine Kandidatur zugunsten meines Kollegen Haidar Al-Abadi zurückzuziehen und alle Aufgaben und Verantwortungen zu übertragen”, sagte al-Maliki. “Ich tue das zum Schutze der Interessen unseres Landes.”

Als Vorsitzender der größten Fraktion im Parlament hatte al-Maliki bis zuletzt auf das Recht der Regierungsbildung bestanden und sich damit auch gegen den Willen des irakischen Präsidenten Fuad Masum gestellt.

Der schiitische Politiker steht in der Kritik, die sunnitische Minderheit ausgegrenzt und damit gesellschaftliche Brüche verstärkt zu haben, die auch den Vormarsch der IS-Milizen begünstigt haben.

Haidar al-Abadi, der ebenfalls Schiit ist, gilt hingegen als weniger polarisierend. Als designierter Nachfolger al-Malikis soll er nun mit einer neuen Regierung dem Zerfall des Landes Einhalt gebieten.