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Russisch-ukrainische Grenze: Russischer Armeekonvoi fährt durch ein Loch im Zaun, Hilfskonvoi steckt fest

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Russisch-ukrainische Grenze: Russischer Armeekonvoi fährt durch ein Loch im Zaun, Hilfskonvoi steckt fest

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An der russisch-ukrainischen Grenze haben ukrainische Grenzkräfte begonnen, die rund 280 russischen Lastwagen mit 2.000 Tonnen Hilfsgütern zu inspizieren – auf russischer Seite.
Die Lastwagen waren ohne zwischenstaatliche Vereinbarungen über die Abwicklung losgefahren.

Ein kleinerer Armeekonvoi aus 23 gepanzerten Mannschaftstransportwagen, Tanklastern und anderen Versorgungsfahrzeugen – alle mit Kennzeichen des russischen Militärs – ist nach Medienberichten (“The Guardian” und “The
Telegraph”) über einen Feldweg auf ukrainisches Gebiet unter Kontrolle prorussischer Separatisten vorgerückt – im Schutz der Dunkelheit und durch ein Loch im Grenzzaun.

Am Donnerstag war die weißgestrichene Fahrzeugkolonne mit Hilfsgütern nach einer Fahrt quer durch Russland kurz vor der Grenze zu den von Separatisten kontrollierten Gebieten der Ukraine zum Stehen gekommen – etwa 20 Kilometer vor Iswaryne, einer ukrainischen Grenzsiedlung unter pro-russischer Kontrolle.

Das Ganze spielt im äußersten Osten des ukrainischen Bezirks Luhansk am Grenzübergang zum russischen Bezirk Rostow.

Auch die Regierung in Kiew hat 75
Lastwagen mit rund 800 Tonnen Hilfsgüter ins Krisengebiet geschickt – in Starobilsk in der Region Lugansk sind die ersten Lieferungen angekommen.

Peter Huber, Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK):

“Wir haben bereits einige Leute identifiziert, die diese Hilfe brauchen. Ab morgen verteilen wir die Hilfsgüter unter den Bedürftigen. Wo sie genau hingehen und an wen, kann ich nicht sagen.”

In der Separatistenhochburg Lugansk mit mehr als 200.000 Einwohnern gibt es seit fast zwei Wochen weder Strom noch Wasser. Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben Lugansk von den Versorgungswegen der Aufständischen abgeschnitten. Die Kämpfe werden laut Beobachtern härter und härter.

su mit dpa, AFP