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Bundesnachrichtendienst hörte US-Minister ab

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Bundesnachrichtendienst hörte US-Minister ab

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Nach Berichten über mitgeschnittene Telefonate hochrangiger US-Regierungsmitglieder ist der deutsche Bundesnachrichtendienst BND dem Eindruck entgegengetreten, er spähe die USA gezielt aus.

Nach Berichten mehrerer Medien soll der BND Gespräche von US-Außenminister John Kerry und seiner Vorgängerin Hillary Clinton aufgezeichnet haben. Die über Satelliten geführten Telefonate seien als “Beifang” im Überwachungsnetz des BND gelandet, so “Der Spiegel” unter Berufung auf Sicherheitskreise. Außerdem werde der NATO-Partner Türkei mindestens seit 2009 als offizielles Aufklärungsziel geführt.

Spott ist den deutschen Geheimdienstlern nach der NSA-Affäre sicher.

Wolfgang Bosbach (CDU), Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages:

“Wenn es tatsächlich so gewesen sein sollte, dass Telefonate von Außenministerin Clinton und später von Außenminister John Kerry als “Beifang” mit abgehört wurden, dann ist das natürlich etwas Anderes als das flächendeckende Spähabkommen der NSA. Jedoch ist diese Nachricht für die Amerikaner ein Geschenk des Himmels. Die werden sagen, die Bundesrepublik Deutschland beklagt sich bitter über unsere Abhörpraxis, und sie selber machen es auch.”

Der US-amerikanische Whistleblower und ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hatte Anfang Juni 2013 enthüllt, wie die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich seit spätestens 2007 in großem Umfang die Telekommunikation und besonders das Internet global und verdachtsunabhängig überwachen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel fand sich auch auf der Liste, was sie in einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama “unmissverständlich” missbilligte und als “völlig unakzeptabel” ansah.

Seit Monaten bemüht sich Berlin um ein “No-Spy”-Abkommen mit Washington – bisher vergebens.

su mit dpa