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Papst spricht koreanische Märtyrer selig

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Papst spricht koreanische Märtyrer selig

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Papst Franziskus hat bei einer Messe in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul 124 Märtyrer seliggesprochen. Es handelt sich um Koreaner, die im 18. und 19. Jahrhundert wegen ihres christlichen Glaubens gefoltert und getötet wurden. Über eine Million Menschen jubelten dem Papst zu.

Das Vorbild der Märtyrer sei auch für die Menschen von heute von Bedeutung, die in Gesellschaften lebten, wo neben unermesslichem Reichtum schreckliche Armut lautlos zunehme und wo der Schrei der Armen selten Gehör finde. Der Sieg der Märtyrer bringe heute weiter Frucht in Korea, in der Kirche, die aus ihrem Opfer Wachstum empfing. Die Seligsprechungsfeier im Zentrum von Seoul war der spirituelle Höhepunkt der Papstreise nach Südkorea.

Studentin Seo Ji-young (29) wohnt in Ilsan, einer Vorstadt im Nordwesten Seouls. Sie meint: “So etwas erlebt man nur einmal. Ich bin stolz, dass ich dabei war.” Und die Bankangestellte Bae Joo-hee (32) sagt: “Die Stimmung im Land ist schlecht. Südkorea geht es nicht gut. Dieser Papstbesuch kann ein Wendepunkt sein und uns alle inspirieren.”

Im Anschluss an die Messe wollte der Papst zu einer katholischen Wohlfahrtseinrichtung außerhalb von Seoul fahren, um dort lebende Behinderte und ihre Familien zu treffen. Offizieller Anlass seines fünftägigen Besuchs ist der sechste Asiatische Jugendtag in Südkorea, an dem Tausende junger Katholiken vom ganzen Kontinent teilnehmen. Am Sonntag will Franziskus Bischöfe aus Asien treffen und eine Messe mit den Teilnehmern des Jugendtreffens auf dem Gelände einer Märtyrer-Gedenkstätte in Sosan feiern. Eine für Montag geplante Abschlussmesse in der Myongdong-Kathedrale in Seoul soll im Zeichen des Friedens und der Aussöhnung auf der koreanischen Halbinsel stehen. Der Pontifex bleibt noch bis Montag. Mehr zur Reise des Papstes nach Südkorea auch auf der Webseite von Radio Vatikan .