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3 ½ Jahre Lagerhaft für Demonstration gegen Putin

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3 ½ Jahre Lagerhaft für Demonstration gegen Putin

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In Moskau sind vier Putin-Gegner wegen Aufstachlung zu Massenprotesten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht befand die Kreml-Kritiker für schuldig, während der Demonstrationen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Mai 2012 zu Ausschreitungen aufgerufen zu haben.

“Für diese Art von Taten werden normalerweise Geldstrafen von 500 Rubel oder 48 Stunden Arrest verhängt. Diese Jungs sperrt man aber wegen nichts dreieinhalb Jahre ein”, beklagt sich Nadescha Tolokonnikowa, von der Gruppe Pussy Riot, die selbst in einem Straflager einsaß, weil sie in der Moskau Erlöserkathedrale gegen Putin demonstriert hatte.

Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten Sympathisanten der Angeklagten. Sie riefen “Freiheit” und entfalteten ein Transparent mit der Aufschrift “Putins Pseudo-Justiz eine Schande für Russland”. Polizisten entfernten es nach wenigen Minuten. Die Polizei nahm mehrere Demonstranten vorübergehend fest.

Bei Ausschreitungen während der Großdemonstration am 6. Mai 2012, dem Tag vor Putins Einführung in seine dritte Amtszeit, waren auf dem Moskauer Bolotnaja-Platz rund 400 Menschen festgenommen worden. Gegen 29 wurde ein Verfahren eröffnet, viele wurden zu langen Strafen verurteilt. Kritiker werten das Verfahren als Politprozess.